Auktion in Heilbronn

Mit zwei Kühlschränken an Bord: Feuerwehrauto wird versteigert

Das Auto, das derzeit von der Feuerwehr in Heilbronn versteigert wird, dürfte der Traum vieler kleiner und auch einiger großer Kinder sein.

Lange im Einsatz, aber gut in Schuss: Das Löschfahrzeug der Feuerwehr Heilbronn wird versteigert.

© Feuerwehr Heilbronn

Lange im Einsatz, aber gut in Schuss: Das Löschfahrzeug der Feuerwehr Heilbronn wird versteigert.

Von Michael Bosch

Bei Feuerwehrfesten ist es bei Kindern meist die Attraktion: Einmal ins Feuerwehrauto sitzen, vielleicht auch eine Runde drehen. Wer sich den (Kinder-)Traum vom eigenen Feuerwehrauto erfüllen möchte, die Wehr in Heilbronn hätte eines im Angebot. Es wird versteigert.

Das Löschfahrzeug war bis August im Einsatz, jetzt wurde es ausrangiert. Zur Ausstattung gehören unter anderem zwei Kühlschränke und eine Seilwinde, auch eine Rückfahrkamera und „elektrische Fensterheber“ sind an Bord. Für das inzwischen über 20 Jahre alte Fahrzeug kann noch bis zum 20. November geboten werden. Das Interesse ist offenbar groß: Fast 12.000 Personen haben sich die Auktion bereits angesehen, um die 50 haben tatsächlich mit gesteigert. Aktuell liegt das Höchstgebot bei etwas über 18.000 Euro.

Feuerwehrauto ist für einen Umbau eher ungeeignet

Feuerwehren im Land versteigern immer mal wieder Fahrzeuge, die sie nicht mehr brauchen. Mietbieten kann jeder, aus Sicht des Sprechers der Feuerwehr Heilbronn, Jürgen Vogt, komme es aber aus seiner Sicht vor allem für Baufirmen in Frage. In der Vergangenheit seien Feuerwehrautos auch schon von Privatpersonen umgebaut worden. „Die kommen dann und bringen das Fahrzeug ins Ausland oder andere bauen sich das dann zum Reisemobil um“, sagte Vogt dem „SWR“.

Beim Mercedes Actros, der derzeit versteigert wird, kommt das eher nicht in Frage. Denn der 18 Tonnen schwere Laster hat keinen Allradantrieb. Auch wenn es verlockend scheint, die Sirene kann der neue Besitzer nicht einschalten – zumindest nicht, wenn es eine Privatperson ist. Wer das Löschfahrzeug privat nutzen will, muss sich vertraglich verpflichten, die sogenannten Sondersignale – also Blaulicht und Martinshorn – abzubauen. Wer es fahren will braucht einen Lkw-Führerschein (Klasse C).

Tüv gilt bis Herbst 2028

Ansonsten sei das Löschfahrzeug mit seinen fast 400 PS in einem guten Zustand, heißt es in dem zur Auktion gehörigen Text. Es hat fast 93.000 Kilometer auf dem Buckel, die TÜV-Prüfung hat es kürzlich auch bestanden. Allerdings sei es in den vergangenen Jahren auch ziemlich beansprucht worden – was für ein Feuerwehrfahrzeug jetzt auch nicht sonderlich überraschend ist. Wenn es brennt, dann kann auf das Material nicht extra Rücksicht genommen werden. Üblicherweise planen Berufswehren ohnehin nur mit einer „Laufzeit“ von 20 bis 25 Jahren.

Das Geld, das bei der Auktion letztlich zusammenkommt,  kommt dem Haushalt der Stadt Heilbronn zugute. Wer ernsthaftes Interesse hat, kann das Löschfahrzeug an der Hauptfeuerwache in Heilbronn besichtigen. Nach der Versteigerung wird es abgemeldet, der Käufer muss es allerdings selbst abholen und gegebenenfalls auch alleine verladen.

Sogenannte Löschgruppenfahrzeug kosten neu mehrere Hundertausend Euro (Symbolbild).

© Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Sogenannte Löschgruppenfahrzeug kosten neu mehrere Hundertausend Euro (Symbolbild).

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Erstellt:
4. November 2026, 14:56 Uhr

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