Moritz Stoppel stürmt nach Großaspach

Der Torjäger wagt den Sprung vom Bezirksliga-Siebten Oppenweiler-Strümpfelbach zum Oberliga-Spitzenreiter. Dort hat der 22-Jährige im Probetraining so aufgetrumpft, dass ihm die Verantwortlichen der SG Sonnenhof zutrauen, auch drei Ligen höher eine gute Rolle zu spielen.

Die Bezirksliga-Verteidiger werden aufatmen. Künftig müssen sie nicht mehr versuchen, SGOS-Angreifer Moritz Stoppel irgendwie zu stoppen. Der Torjäger wechselte am letzten Tag der Wintertransferperiode zum Oberliga-Tabellenführer aus Aspach. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Bezirksliga-Verteidiger werden aufatmen. Künftig müssen sie nicht mehr versuchen, SGOS-Angreifer Moritz Stoppel irgendwie zu stoppen. Der Torjäger wechselte am letzten Tag der Wintertransferperiode zum Oberliga-Tabellenführer aus Aspach. Foto: Alexander Becher

Von Uwe Flegel

Es ist noch keine zwei Monate her, da ging es für Moritz Stoppel mit der SG Oppenweiler-Srümpfelbach gegen den SV Fellbach II um Bezirksliga-Punkte. Ab dem Wochenende ist der 22-Jährige nun für Oberliga-Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach am Ball. Zwar sind die Vergleiche mit dem Oberligisten TSV Essingen (Samstag 15.30 Uhr, Fautenhau) sowie beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers (Sonntag 13 Uhr, ADM Sportpark) nur Testspiele. Doch für den Angreifer sind sie Beweis seines großen Karrieresprungs. Binnen weniger Tage ging es gleich drei Ligen höher. Und: Künftig spielt er mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Lukas Stoppel in einem Team.

Für den ältesten Sohn des SGOS-Vorsitzenden Alexander Stoppel war das zwar nicht der wichtigste, aber „schon auch ein Grund für den Wechsel. Wir haben bislang noch nie im Verein zusammen gespielt“. Der Student erzählt auch, dass seine Mitspieler bei seinem Heimatverein „mich bestärkt haben, den Schritt zu machen“. Er sagt: „Die Jungs in Oppenweiler stehen hinter mir und gönnen mir die Chance.“ Eine, mit der er so schnell nicht gerechnet hatte. Zwar gab es im Herbst erste Kontakte, doch angedacht war ein eventueller Wechsel „erst für nächste Saison“, so Moritz Stoppel. Grund für die Planänderung war nun ein einwöchiges Probetraining im Januar. „Er hat einen fantastischen Eindruck hinterlassen“, erzählt Michael Ferber, Vorstand Sport beim Regionalliga-Aspiranten. Was im Sommer Thema werden sollte, wurde deshalb schon im Winter Wirklichkeit.

Nun als Oberliga-Spieler bei dem Klub, bei dem er schon Jugendtrainer war

„Ich war selbst ein wenig überrascht, wie gut ich vor allem von den erfahrenen Spielern dort aufgenommen wurde und wie gut es in der Woche gelaufen ist“, gesteht der Angreifer. Er fügt hinzu: „Nun bin ich unglaublich glücklich und stolz zugleich.“ Vielleicht auch weil der Klub aus dem Fautenhau für ihn nicht nur wegen seines Bruders nicht unbekannt ist. Der Offensivmann war beim Aspacher Nachwuchs vor einiger Zeit bereits im Trainerbereich tätig. Nun schnürt er fürs Oberliga-Team die Fußballschuhe und sagt: „Ich bin extrem motiviert und werde alles geben, um mich hier bestmöglich weiterzuentwickeln und so viele Erfahrungen wie möglich mitzunehmen.“

Dass es im Rohrbachtal einen jungen Stürmer gibt, der schnell und treffsicher ist, war schon länger kein Geheimnis mehr. Der eine oder andere Landes-, Verbands- und auch Oberligist hatte sich bereits erkundigt nach dem 1,85 Meter großen Blondschopf. Der war nach drei Runden bei den C- sowie B-Junioren des SGV Freiberg und einem A-Jugendjahr bei der TSG Backnang als 17-Jähriger zur SGOS zurückgekehrt. Dort war er gleich in der ersten Mannschaft am Ball. Damals noch in der Kreisliga A. In den 12 Spielen steuerte er in der Saison 2019/2020 starke 21 Tore zum Aufstieg in die Bezirksliga bei. Danach traf Stoppel in Bezirks- und Landesliga in 61 Punktspielen weitere 52 Mal für Oppenweiler-Strümpfelbach. Allein 18 dieser Treffer gelangen ihm in den 14 bisherigen Bezirksliga-Partien dieser Saison. Trotzdem sah es bis zum letzten Tag der Wintertransferperiode aus, als könne der Tabellensiebte im Kampf um einen Platz in der neuen Bezirksliga des künftigen Bezirks Rems-Murr/Hall weiterhin auf seinen gefährlichsten Angreifer bauen.

Das hat sich mittlerweile geändert. Michael Ferber sagt dazu: „Für den einen oder anderen mag das überraschend sein, aber Fakt ist, dass Moritz ein extrem interessanter Spieler ist, der hier aus der Region kommt und in der Landes- und Bezirksliga eine beachtliche Zahl an Treffern erzielt hat.“ Großaspachs 38-jähriger Sportchef bezeichnet die Verpflichtung des Bezirksliga-Torjägers zudem als Ansporn für andere und als Beleg, dass die SG die Ligen und Klubs der Umgebung im Blick habe. Ferber: „Wir sind stets bereit, Talenten eine faire Chance zu bieten, um sich hier unter professionellen Bedingungen zu präsentieren.“

Der SG Oppenweiler-Strümpfelbach fehlt nun eine wichtige Stütze

Als Vater ist Alexander Stoppel einerseits durchaus stolz auf seine Söhne Lukas und Moritz. Andererseits sagt der Vorsitzende, ehemalige Spieler, Trainer und alte Fahrensmann der SGOS lachend: „Am liebsten wäre es mir, wenn beide bei ihrem Heimatverein spielen würden.“ Vielleicht klappt es damit ja in ein paar Jahren. Vorläufig muss der Bezirksliga-Siebte einen wichtigen Spieler ersetzen. Alexander Stoppel weiß, dass der Wechsel für seinen 22-jährigen Filius eine große Chance ist, „für uns ist es aber selbstverständlich ein herber Verlust“. Einer, den „wir als Verein und Mannschaft nun gemeinsam auffangen müssen.“

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Erstellt:
2. Februar 2024, 06:00 Uhr

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