Lkw-Unfall in Schramberg

Nach tragischem Tod von Mutter und Sohn – Verfahren eingestellt

Eine junge Mutter und ihr Kind waren im März bei einem Unfall in Schramberg ums Leben gekommen. Jetzt informieren Polizei und Staatsanwaltschaft über den Abschluss des Verfahrens.

Nach tödlichem Unfall in Schramberg: 26.03.2026, Baden-Württemberg, Schramberg: Blumen, Kerzen und Kuscheltiere liegen an der Unglücksstelle in Schramberg. Am Mittwochvormittag hat ein Lastwagenfahrer laut der Polizei «mutmaßlich durch eine medizinische Ursache» die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und hat dabei eine junge Mutter und ihr Kleinkind getötet. Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Stein/dpa

Nach tödlichem Unfall in Schramberg: 26.03.2026, Baden-Württemberg, Schramberg: Blumen, Kerzen und Kuscheltiere liegen an der Unglücksstelle in Schramberg. Am Mittwochvormittag hat ein Lastwagenfahrer laut der Polizei «mutmaßlich durch eine medizinische Ursache» die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und hat dabei eine junge Mutter und ihr Kleinkind getötet. Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Fall hatte für großes Entsetzen und bundesweite Anteilnahme gesorgt: Ein junge Mutter, die mit ihren Kindern auf dem Weg in den Kindergarten war, wurde am 25. März ebenso wie ihr dreijähriger Sohn auf dem Gehsteig in der Oberndorfer Straße  von einem Lkw erfasst. Für beide kam jede Hilfe zu spät. Die Zwillingsschwester des Jungen überlebte den Unfall. Sie saß im Kinderwagen.

Der Lkw-Fahrer war aus zunächst unklarer Ursache morgens gegen 9 Uhr von der Fahrbahn abgekommen, war mit drei weiteren Fahrzeugen kollidiert und dann gegen eine Hauswand geprallt. Kurz darauf erklärte die Polizei, dass als Ursache ein medizinischer Notfall des Fahrers angenommen werde.

Am Dienstag teilen die Staatsanwaltschaft Rottweil und das Polizeipräsidiums Konstanz nun mit, dass das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den 54-jährigen Lastwagenfahrer eingestellt wurde. „Es ist von einem tragischen Unfall auszugehen“, so die Erklärung.

Dem Beschuldigten wurde vorgeworfen, am Tattag ein Fahrzeug geführt zu haben, obwohl er infolge körperlicher Mängel möglicherweise nicht in der Lage gewesen sei, dieses sicher zu führen. Es bestand der Verdacht, dass Nebenwirkungen von Medikamenten, die der Beschuldigte aufgrund einer Erkrankung einnahm, zu einer kurzzeitigen Bewusstseinsstörung geführt haben könnten. In der Folge könnte der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und die beiden Fußgänger erfassthaben.

Kein Sorgfaltspflichtverstoß

Nach umfangreichen Ermittlungen, insbesondere nach Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens, konnte dem Fahrer kein Sorgfaltspflichtverstoß nachgewiesen werden, heißt es in der Mitteilung. Es war nicht von einem Fahrfehler auszugehen. Der Beschuldigte befand sich wegen seiner Erkrankung in ärztlicher Behandlung, war zum Tatzeitpunkt jedoch nicht arbeitsunfähig geschrieben. Ärztlicherseits dürfte daher nicht von einer Fahruntüchtigkeit ausgegangen worden sein.

Ebenso konnte laut Polizei und Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen werden, „dass der Beschuldigte sich über ihm bekannte Zweifel an seiner Fahrtüchtigkeit hinweggesetzt oder die ihm verschriebenen Medikamente falsch eingenommen hatte. Eine neue, unerwartete medizinische Ursache für eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung konnte nicht ausgeschlossen werden.“ Führerscheinrechtliche Maßnahmen seien nicht angeordnet worden.

Der Mann hatte bei dem Unfall  leichte Verletzungen erlitten und hatte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien können.

Jede Hilfe kam zu spät

Für die 29-Jährige und ihren dreijährigen Sohn kam trotz sofort eingeleiteter Reanimationsamaßnahmen jede Hilfe zu spät. Sie verstarben noch vor Ort an ihren schweren Verletzungen.

Die Anteilnahme angesichts dieses tragischen Unglücks war groß. Unter anderem waren Spenden für die Angehörigen gesammelt worden. Ein Blumenmeer am Unfallort zeugte von der großen Betroffenheit. Noch immer halten dort Menschen inne.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Oktober 2026, 12:18 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Mann wurde seit Tagen vermisst

Opfer nach Fund von Leichenteilen im Rhein identifiziert

Nach dem Fund von mehreren Säcken mit Leichenteilen in der Schweiz schreiten die Ermittlungen voran. Die Fahnder haben das Opfer identifiziert. Der Mann wurde seit einigen Tagen vermisst.

Schamanen-Kurs

Krafttiere und Drachenblut

Woher rührt die Anziehungskraft des Schamanismus? Beobachtungen während eines Kurses im Hinterland des Bodensees.