Protest in Rottweil

Nackt-Demo zieht Blicke auf sich – trotz „Nippelverbot“

Das hat die Stadt auch noch nicht erlebt: In Rottweil zog die erste „Nackt-Demo“ durch die Innenstadt. Die Teilnehmer hatten eine klare Botschaft, berichtet der Schwarzwälder Bote.

„Für Freiheit, Toleranz und Naturismus“ – die Nackt-Demonstration zieht durch die Rottweiler Innenstadt.

© Zahorka

„Für Freiheit, Toleranz und Naturismus“ – die Nackt-Demonstration zieht durch die Rottweiler Innenstadt.

Von Dominik Zahorka

Passanten bleiben verwundert stehen, die einen zücken die Handykamera, die anderen schauen lieber weg: Zum „Welt-Naturisten-Tag“ gab’s am Sonntag eine Nackt-Demonstration mitten im Herzen Rottweils – bei bestem Wetter.

Unter dem Motto „nagged d´Stadt nab“ hatten Dieter E. Albrecht aus Rottweil und Ulrich Thomas Wolfstädter aus Freiburg die Demonstration „Für Freiheit, Toleranz und Naturismus“ organisiert. In den Tagen zuvor fanden bereits die „Rottweiler Nacktwandertage“ statt.

Nippelverbot gefällt nicht jedem

Zum Abschluss wurde demonstriert – vom Schwarzen Tor bis zum Apostelbrunnen führte der Zug – mit recht überschaubarerer Teilnehmerzahl, aber nicht minder öffentlichkeitswirksam. Fröhlich wurde das Lied „Naturisten sind frei“ – in Abwandlung des Revolutionsliedes „Die Gedanken sind frei“ gesungen. Mindestauflagen der Polizeibehörde Rottweil für diese erste öffentliche Nackt-Versammlung in der Stadt waren: Nackt teilnehmende Frauen müssen mindestens ihre Brustwarzen abkleben – von den Veranstaltern als „Rottweiler Nippelverbot“ betitelt – und alle Teilnehmer einen ausreichend großen Lendenschurz tragen.

Viele hatten sich sogar für richtig viel Kleidung entschieden. Dafür trugen sie ihr Nacktbild als Plakat vor sich her. „Wir sind heute größtenteils bekleidet zur Demonstration erschienen, da die Auflagen leider derart waren, dass wir uns mit Lendenschurz und abgeklebten Brustwarzen zur Lachnummer gemacht hätten“, unterstreicht Dieter E. Albrecht.

Bei Nacktwanderung wird Polizei gerufen

„Denn nur komplett nackt – oder eben bekleidet macht das ganze Sinn“ erklärt Albrecht. Gerade das „Rottweiler Nippelverbot“ sei rechtlich höchst fraglich und müsse noch einmal gründlich geprüft werden.

Die Rottweiler Nacktwandertage seien trotzdem eine absolut positive Erfahrung für die 35 Teilnehmer aus dem ganzen Land gewesen und die Menschen seien der Nacktwandergruppe durchweg freundlich und positiv entgegengetreten: „Nur einer hat sich aufgeregt und die Polizei gerufen“ wirft Angela ein, die extra aus Köln angereist ist.

Da die Beamten aber Bescheid wussten, habe es natürlich keine Probleme für die angemeldeten Wanderer gegeben.

Nächster Termin steht fest

Der Termin für die dritten Rottweiler Nacktwandertage 2026 stehe schon fest. Vom 11. bis zum 13. September wolle man wieder ein Zeichen „für einen unverkrampften Umgang mit menschlicher Nacktheit“ setzen.

„Für Freiheit, Toleranz und Naturismus“ – die Nackt-Demonstration zieht durch die Rottweiler Innenstadt.

© Zahorka

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Erstellt:
2. Juni 2025, 17:16 Uhr

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