Nach Anschlag
Pakistan bombardiert Ziele in Afghanistan
Vor gut einer Woche kam es zu einem schweren Anschlag in Pakistan. Islamabad sieht die Urheber in Afghanistan. Daraufhin eskaliert der Konflikt zwischen den Nachbarstaaten erneut.
© Sami Jan/dpa
Menschen gehen inmitten der Zerstörung, die ein pakistanischer Luftangriff am Stadtrand angerichtet hat.
Pakistan hat erneut Ziele im Nachbarland Afghanistan angegriffen. Den Militäreinsatz in der Nacht zum Donnerstag bezeichnete Informationsminister Attaullah Tarar als Reaktion auf Drohnenangriffe der Taliban-Regierung am Mittwoch. Zehn Orte in Afghanistan, an denen Drohnen gelagert oder gestartet würden, seien aus der Luft angegriffen worden, schrieb er auf der Plattform X. „Jede weitere Provokation der afghanischen Taliban wird mit einer entschlossenen und unmissverständlichen Reaktion beantwortet werden“, warnte Tarar.
Betroffen waren Taliban-Stellungen in den afghanischen Provinzen Kandahar, Chost, Paktia and Paktika, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr.
Konflikt eskaliert nach Terroranschlag
Am vergangenen Freitag waren bei einem Terroranschlag in der pakistanischen Stadt Kohat mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter mehrere Angreifer. Die islamistische Koalition Ittehad-ul Mujahideen Pakistan bekannte sich zu dem Anschlag. Sie wird von einem Mann mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida angeführt. Die Regierung in Islamabad wirft den Taliban in Afghanistan vor, Terroristen zu beherbergen, die Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist die Vorwürfe zurück.
Der Konflikt zwischen den Nachbarländern war vor etwa einem Jahr offen ausgebrochen. Seither hat Pakistan seine Grenzübergänge zum Nachbarland geschlossen - mit schweren Folgen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln und humanitären Gütern in Afghanistan. Ende Februar dieses Jahres erklärte Pakistans Verteidigungsminister dann einen „offenen Krieg“ mit Afghanistan - es folgte eine Welle an Luftangriffen.
