Knoten in der Lunge
Papst nimmt zunächst weiter Termine im Vatikan wahr
Nach der Entdeckung eines Lungenknotens folgt Leo dem Rat seiner Ärzte und lässt sich operieren. Wann genau der Eingriff stattfindet, ist nicht bekannt. Seine Termine nimmt er zunächst weiter wahr.
© Gregorio Borgia/AP/dpa
Papst Leo XIV. absolviert nach der Ankündigung einer bevorstehenden Operation an der Lunge zunächst weiter Termine im Vatikan.
Von Markus Brauer
Papst Leo XIV. absolviert nach der Ankündigung einer bevorstehenden Operation an der Lunge zunächst weiter Termine im Vatikan.
„Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht“
Wie der Heilige Stuhl mitteilte, nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche am Vormittag mehrere geplante Privataudienzen wahr. Zuvor war bereits bestätigt worden, dass Leo die für heute vorgesehenen Termine absolvieren werde. Wann der Eingriff stattfinden soll, ist bislang nicht offiziell bekannt.
Der 71-Jährige gab am Sonntag (11. Oktober) nach dem Angelus-Gebet bekannt, dass bei ihm ein „Knoten in der Lunge“ entdeckt worden sei. Dieser sei bei Kontrollen in einem „sehr frühen Stadium“ entdeckt worden. Leo fügte hinzu: „Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht.“ Ihrem Rat folgend habe er sich entschlossen, sich operieren zu lassen, um den Knoten entfernen zu lassen.
Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte auf Nachfrage, der Eingriff sei für die ersten Tage dieser Woche geplant. Der anschließende Krankenhausaufenthalt in der Gemelli-Klinik im Westen von Rom werde voraussichtlich etwa eine Woche dauern, heißt es weiter.
Unbestätigte Berichte: Einweisung am Dienstag
Italienische Medien berichteten, Leo könnte bereits am Dienstag (13. Oktober) ins Krankenhaus kommen. Nach Angaben der Zeitung „Corriere della Sera“ könnte die Operation noch am Dienstagnachmittag oder aber auch erst am Mittwoch stattfinden. Offiziell bestätigt wurden diese Berichte zunächst nicht.
Aus dem Vatikan hieß es, der Knoten sei bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden. Endgültige Klärung bringt oft erst eine Gewebeprobe oder die operative Entfernung. Viele zufällig entdeckte Knoten sind nicht krebsartig.
Mit seinen 71 Jahren gilt Leo als vergleichsweise jung im Amt des Pontifexes. Er hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. Bislang waren keine gesundheitlichen Probleme öffentlich bekannt.
Knoten in der Lunge - was kann das medizinisch bedeuten?
- Lungenrundherd: Ein Knoten in der Lunge (medizinisch auch Lungenrundherd bezeichnet) ist eine begrenzte Gewebeveränderung, die sich in bildgebenden Verfahren wie einer Computertomografie (CT) oder einem Röntgenbild als „Schatten“ vom gesunden Lungengewebe abhebt. Es handelt sich um eine rundliche, scharf begrenzte Verschattung im Lungengewebe mit einem Durchmesser von maximal drei Zentimetern. In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen Zufallsbefunden um gutartige Veränderungen, dennoch muss jeder neue Lungenknoten medizinisch abgeklärt werden, um eine bösartige Erkrankung - also einen malignen Tumor - sicher auszuschließen. Die Gründe für einen Lungenknoten sind vielfältig.
- Gutartige Wucherungen: Harmlose Gewebeneubildungen oder Zysten.
- Entzündungen und Infektionen: Abgeheilte oder chronische Entzündungen (wie Tuberkulose oder Pilzinfektionen) hinterlassen oft kleine Knötchen oder Narbengewebe.
- Systemerkrankungen: Autoimmunprozesse oder granulomatöse Erkrankungen (ein Granulom ist eine kleine, knötchenförmige Ansammlung von Fresszellen des Immunsystems).
- Bösartige Tumore: Ein primäres Lungenkarzinom (Lungenkrebs) oder Absiedlungen (Metastasen) von Tumoren aus anderen Organen. Die weitere Strategie hängt maßgeblich von der Größe, Form und Ihren persönlichen Risikofaktoren ab.
- Größeneinteilung: Befunde bis zu einem Durchmesser von drei Zentimetern nennt man Rundherd. Alles, was darüber liegt, wird als Raumforderung bezeichnet und erfordert eine schnellere, intensivere Abklärung.
- Verlauf: Sehr kleine, glatte Knoten ohne akuten Krebsverdacht werden oft nach einigen Monaten per Kontroll-CT erneut untersucht. Bleibt der Knoten stabil, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit gutartig.
- Diagnostik: Bei unklaren oder verdächtigen Herden können eine Gewebeprobe (Biopsie), eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) oder eine PET-CT Klarheit bringen.
- Operative Entfernung: In manchen Fällen – insbesondere wenn der Verdacht auf ein frühes Stadium einer bösartigen Veränderung vorliegt oder der Knoten wächst – wird eine operative Entfernung empfohlen, um Gewissheit zu erlangen und die Ursache direkt zu beseitigen. (mit AFP/dpa)
