Stuttgarter Autobauer
Porsche steigt bei Autozulieferer KS Alutech ein
Porsche besitzt nun die Hälfte der Anteile an einem Joint Venture, das in Neckarsulm sitzt. Was steckt hinter diesem Schritt des Sportwagenherstellers?
© Marijan Murat
Die Porsche AG ist nun an der KS AluTech GmbH beteiligt.
Von Rouven Spindler
Porsche hat Anteile des Autozulieferers KS Alutech GmbH mit Hauptsitz in Neckarsulm erworben. Das geht aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervor, die in diesem Sommer für den Einstieg des Stuttgarter Sportwagenherstellers grünes Licht gab.
Dieser übernahm die Gesellschafteranteile des dadurch nicht mehr beteiligten chinesischen Autozulieferers Hasco, wodurch Porsche jetzt 50 Prozent des Unternehmens gehören. Das teilt Rheinmetall, der zweite Partner des Joint Ventures, auf Nachfrage mit. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Das Gemeinschaftsunternehmen, in das Porsche zum 1. September eingestiegen sei, firmiere jetzt unter dem Namen KS AluTech GmbH. Zuvor reihte sich aufgrund der chinesischen Beteiligung noch „Huayu“ hinter dem Kürzel ein.
Porsche und Rheinmetall an Zulieferer beteiligt
Der Dax-Konzern Rheinmetall, der die anderen 50 Prozent besitzt, ist vor allem für seine Aktivitäten in der Rüstung bekannt. Er besitzt aber auch eine zivile Sparte. Im Juni verkündete Rheinmetall den besiegelten Verkauf des Bereichs namens Power Systems an die Beteiligungsgesellschaft Aequita. Der Konzern beabsichtigt nach eigenen Angaben, die Transaktion im vierten Quartal 2026 abzuschließen. Dadurch konzentriert er sich auf das Rüstungsgeschäft.
Doch: Die KS Alutech‑Gruppe – bestehend aus der KS Alutech GmbH in Neckarsulm, der Werkzeugbau Walldürn GmbH (Neckar-Odenwald-Kreis) und der KS Bearbeitungs GmbH in Langenhagen (Niedersachsen) – ist vom Verkauf der zivilen Sparte nicht betroffen. „Sie verbleibt mittelfristig im Rheinmetall-Konzern“, heißt es in dem Statement dazu.
Die Unternehmensgruppe KS Alutech GmbH beschäftigt an den Standorten Neckarsulm, Walldürn und Langenhagen laut Rheinmetall rund 1000 Mitarbeiter. Sie sei ausschließlich im zivilen Markt tätig und dabei „international führend in der Herstellung hochkomplexer Aluminiumgussteile im Druckguss-, Niederdruckguss- und Sandguss-Verfahren“, teilt Rheinmetall mit.
Konkret betreffe das Zylinderkurbelgehäuse, Strukturbauteile, Getriebeteile sowie Komponenten im Bereich Elektroantrieb. Zudem übernehme die Gruppe Zusatzleistungen wie Fertigbearbeitung, Oberflächenbeschichtung und Montage.
Porsche begründet die Beteiligung
Mit dem Stuttgarter Sportwagenhersteller habe man „einen renommierten Konzern der Automobilbranche als Joint-Venture-Partner“ gewinnen können, so Rheinmetall.
„Mit dem Einstieg bei der KS Alutech GmbH möchte Porsche einen Beitrag zum Erhalt von innovativen Technologien am Standort Deutschland leisten“, begründet ein Porsche-Sprecher auf Anfrage den Einstieg beim Autozulieferer. „Gleichzeitig sichert Porsche damit seine Lieferkette ab“, heißt es weiter.
Zuletzt machte der kriselnde Sportwagenbauer nicht mit neuen Beteiligungen Schlagzeilen – im Gegenteil. Er wickelte die Tochterfirmen Cellforce (Batterien), eBike Performance und Cetitec (Software) ab, verkaufte seine Anteile an der Sportwagenschmiede Bugatti und dem E-Auto-Hersteller Rimac und trennte sich von seiner IT-Beratungstochter MHP.
Hintergrund ist, dass der seit Januar verantwortliche CEO Michael Leiters mit seiner neuen Strategie den Fokus wieder mehr auf das Kerngeschäft von Porsche legen will – für das die KS Alutech GmbH Teile beisteuert.
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Rheinmetall hat sich von seinem zivilen Geschäft getrennt. An dem Joint Venture KS Alutech GmbH ist der Rüstungskonzern aber noch beteiligt.
