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Premiere für die Erstklässler

Für 92 Kinder ist an der Hörschbach-, Walterich- und Herzog-Christoph-Schule in Murrhardt sowie der Grundschule Fornsbach der Startschuss gefallen. Sie sind mit Geschichten, Theaterstücken und Liedern empfangen worden.

Die Erstklässler der Walterichschule mit ihren Lehrerinnen Nadine Müller (1b, hinten links) und Sarah Wilken (1a). Fotos: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Erstklässler der Walterichschule mit ihren Lehrerinnen Nadine Müller (1b, hinten links) und Sarah Wilken (1a). Fotos: Jörg Fiedler

Von Christine Schick

Murrhardt. „Wir freuen uns sehr, dass ihr da seid“, sagt Monika Pietron, Rektorin der Grundschule Fornsbach. Klar, eine Schule ohne Kinder ist nicht vorstellbar, seit Corona allerdings ist man auch umgekehrt hellhörig geworden, wenn es zu fragen gilt, „was die Kinder ohne Schule wären“. Sie ist jedenfalls sehr froh, dass dieses Jahr wieder eine Einschulungsfeier für die 18 Kinder (je neun Mädchen und Jungen) möglich ist. Die kleinen Leute kommen mit ihren Eltern und Familienangehörigen in die Fornsbacher Gemeindehalle inklusive Schulranzen und beeindruckenden Schultüten. Monika Pietron stellt mit einem Schmunzeln fest: „Ohne Schule keine Schultüte.“

Schulsozialarbeiterin Nicole Mangold, aufgewachsen bei Leipzig, schaut schon vorher ziemlich neugierig auf die Exemplare und erzählt, dass es in ihrer eigenen Schulzeit einen Brauch gab, der die Sache ziemlich spannend gemacht hat. Damals gehörte es nämlich dazu, dass die Schultüten allesamt an einem großen Baum aufgehängt und erst nach und nach von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten gepflückt und an die kleinen Leute verteilt wurden, sozusagen als Teil der Einschulungszeremonie.

Auch die Rektorin erinnert an früher, kommt vom Stichwort Schulferien auf den Begriff Vakanz und die Tatsache, dass Mädchen und Jungen einst noch in der Landwirtschaft, bei der Kartoffel- und Apfelernte mithelfen mussten und deshalb im Frühjahr eingeschult wurden. Nach Äpfeln und anderen Früchten, nämlich Bucheckern, werden die Grundschüler auch Ausschau halten, schließlich sind sie nun an einer Naturparkschule. Die Kinder und ihre Familien werden mit Liedern und Gedichten eingestimmt und schließlich geht es für die Erstklässler mit jeweils zwei Patenkindern ins Schulhaus und die neue Umgebung.

Martina Mayer, Rektorin der Walterichschule, findet es ebenso klasse, dass nun wieder Leben ins Schulhaus kommt. Bei der Begrüßung der 36 Kinder (15 Mädchen und 21 Jungen) stehen ihr die Drittklässler zur Seite, die mit der „Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“, ursprünglich ein Bilderbuch, ein charmantes Erzählstück auf die Bühne bringen. Der König der Tiere will das Herz einer Löwendame gewinnen. Weil er aber von einem Missionar, den er gefressen hat, weiß, dass das am besten mit Briefen zu erobern ist, engagiert er Tiere, die des Schreibens mächtig sind. Doch ob Affe, Nilpferd, Mistkäfer oder Geier, die können sich einfach nicht gut genug in den König der Tiere hineinversetzen und so muss der den Brief immer wieder verwerfen. Die Sache geht trotzdem gut aus und die Botschaft ist klar: Selbst schreiben lernen ist richtig wichtig.

Martina Mayer lässt keinen Zweifel daran, dass die Erstklässler dabei und bei den vielen weiteren zu entdeckenden Lernthemen auch jede Menge Unterstützung – helfende Hände – von der Gemeinschaft der Walterichschule haben.

Gleich nebenan in der Herzog-Christoph-Schule haben Rektor Carsten Gehring und sein Team ebenso in diesem Sinne drei Erstklässler willkommen geheißen – zwei Mädchen und einen Jungen. Mit weiteren Schülerinnen und Schülern als Neuzugängen beispielsweise wegen Umzügen liegt die Schulgemeinschaft nun bei einer relativ stabilen Gesamtzahl von 63.

Die 35 Erstklässler (17 Mädchen und 18 Jungen), die in die Hörschbachschule kommen, feiern ebenfalls in der Murrhardter Festhalle ihre Einschulung. Rektorin Melanie Luithardt stellt einfach erst mal ein paar Fragen und macht neugierig auf das Willkommenstheaterstück. Das erzählt liebevoll und stellvertretend von einigen Zwergen, die in die Schule kommen, und ihrem Weg dorthin. Dass sie dann ziemlich aufgeregt sind, als sie statt in die Zwergen- in die Menschenschule gehen müssen, ist allzu verständlich. Aber nach einem Mutmachsong sieht die Sache schon anders aus und nach dem Motto wird dann noch gemeinsam das Lied der Hörschbachschule angestimmt. Wer sich immer noch nicht ganz sicher ist, lässt sich vielleicht von den mehr oder minder schon unter Vertrag genommenen Klassenkuschelpaten überzeugen. Das ist zum einen Lilo, eine kleine Füchsin, zum anderen Lotti, ein Eichhörnchen. Noch eine Überraschung bleibt die Sache für die 1a, weil deren Kandidatin oder Kandidat noch nicht geschlüpft ist.

Die Mädchen und Jungen, die nun in der Grundschule Fornsbach durchstarten.

© Jörg Fiedler

Die Mädchen und Jungen, die nun in der Grundschule Fornsbach durchstarten.

Die Erstklässler der Hörschbachschule mit ihren Lehrerinnen Gabriele Müller (1a, hinten links), Jutta Kamrad (Grundschulförderklasse, sitzend) und Stefanie Schroth (1b).

© Jörg Fiedler

Die Erstklässler der Hörschbachschule mit ihren Lehrerinnen Gabriele Müller (1a, hinten links), Jutta Kamrad (Grundschulförderklasse, sitzend) und Stefanie Schroth (1b).

Kleinere Klassen, weniger Kinder

Einschulungszahlen Vergleicht man die Zahlen mit dem Vorjahr, so sind es aktuell 36 Kinder weniger, die in diesem Jahr in die Schule kommen. Insgesamt sind es auch kleinere Klassen: Walterichschule mit 36 Kindern aufgeteilt auf zwei Klassen (50 Mädchen und Jungen im Vorjahr), Hörschbachschule mit 35 Kindern aufgeteilt auf zwei Klassen (49), Grundschule Fornsbach mit 18 Kindern (25) und Herzog-Christoph-Schule mit drei Kindern (4).

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Erstellt:
17. September 2022, 06:00 Uhr

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