Oberlandesgericht in Stuttgart
Prozess gegen mutmaßliche Agenten Russlands beginnt
Mutmaßliche russische Agenten, GPS-Tracker, Brandsätze: Was am Oberlandesgericht in Stuttgart nun verhandelt wird, klingt nach Stoff für einen James-Bond-Film.
© Soeren Stache/dpa/Soeren Stache
Die Bundesanwaltschaft hatte in Köln, Konstanz und der Schweiz drei Männer wegen mutmaßlicher Agententätigkeit festnehmen lassen.
Von red/dpa
Drei Ukrainer sollen sich als Agenten im Auftrag Russlands bereiterklärt haben, Anschläge auf den Gütertransport in Deutschland zu begehen – am Dienstag (9.15 Uhr) startet nun der Prozess gegen die Männer im Alter von 22, 25 und 30 Jahren. Der Generalbundesanwalt wirft ihnen Agententätigkeit und Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes vor. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Bundesanwaltschaft die Männer in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festnehmen lassen.
Erst Tracker, dann Brandsätze?
Das Trio soll im März 2025 über einen ukrainischen Postdienstleister zwei Pakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine versandt haben. Den Auftrag hierzu soll ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden.
Später hätten die Angeklagten dann Brandsätze per Paket verschicken sollen, die sich dann „in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine“ hätten entzünden und möglichst großen Schaden verursachen sollen, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft.
