Statistik in Baden-Württemberg

Queerfeindliche Straftaten nehmen zu – Täter nutzen auch Dating-Apps

Die registrierten Straftaten gegen queere Menschen steigen im Südwesten deutlich an. Die Polizei warnt vor Übergriffen bei Dating-App-Treffen.

Ob die Täter untereinander strukturell vernetzt sind, ist laut Polizei nicht bekannt.

© Marijan Murat/dpa

Ob die Täter untereinander strukturell vernetzt sind, ist laut Polizei nicht bekannt.

Die Zahl der registrierten queerfeindlichen Straftaten in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Wurden 2022 noch 54 Fälle erfasst, waren es im vergangenen Jahr 200. Darunter waren 22 Gewaltdelikte, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervorgeht.

Queere Menschen werden teilweise auch über Dating-Apps in Fallen gelockt. Der Polizei seien Fälle bekannt, in denen es nach der Anbahnung von Treffen über Dating-Plattformen zu Straftaten gegen queere Menschen durch einzelne Täter oder Tätergruppen gekommen sei, heißt es in der Antwort.

Mehrere Faktoren für Anstieg

Ob die Täter untereinander strukturell vernetzt sind, sei allerdings nicht bekannt. Auch wie viele solcher Taten es gibt, lässt sich aus den Angaben nicht ablesen. Die Begriffe „queerfeindlich“ und „Dating-Apps“ sind in der Statistik politisch motivierter Kriminalität keine eigenständigen Erfassungskategorien.

Die Zahl der erfassten Straftaten stieg von 54 im Jahr 2022 auf 116 im Jahr 2023 und 135 im Jahr 2024. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 34 Fälle registriert, darunter drei Gewaltdelikte. Damit lagen die Zahlen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Das Innenministerium führt den Anstieg auf verschiedene mögliche Faktoren zurück. Dazu zählten gesellschaftliche Entwicklungen, eine veränderte Sensibilität und ein verändertes Anzeigeverhalten. Eine eindeutige Ursache für den Anstieg lasse sich aus der Statistik aber nicht ableiten.

Was bedeutet queer?

Als queer bezeichnen sich Menschen, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht den gesellschaftlichen Normvorstellungen von Heterosexualität und traditionellen Geschlechterrollen entspricht. Der Begriff umfasst unter anderem lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen.

Zum Artikel

Erstellt:
29. Oktober 2026, 07:34 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Wetter in Baden-Württemberg

Kühles Wochenende erwartet

Nebel, Hochnebel und einzelne sonnige Abschnitte prägen den Ausklang der Herbstferien in Baden-Württemberg. Wo der DWD am Halloween-Wochenende Regen und kräftige Böen erwartet.

Brand an Schule im Kreis Tuttlingen

Unterricht fällt wegen großer Schäden vorerst aus

Ein Haus für Mülleimer brennt und setzt die Fassade einer Schule in Trossingen in Brand – die Flammen dringen bis in die Innenräume vor. Wie es dazu kommt, bleibt zunächst unklar.

Rohrbruch im Doppelhaus

Wasserschaden mit Fäkalien: Zwischen Nachbarn tobt ein Kleinkrieg

Nach dem heftigen Wasserschaden mit Fäkalien im Keller ihres Doppelhauses kämpft Ute Mayer aus Grafenberg weiter um Gerechtigkeit. Im Streit mit den Nachbarn soll das Landratsamt Reutlingen aufklären.