Badeparadies Schwarzwald

Rauswurf wegen Kuss? Therme wehrt sich gegen Homophobie-Vorwurf

Ein schwules Influencer-Paar aus Frankreich macht Stimmung gegen das Badeparadies Schwarzwald. Das sieht sich zu Unrecht am Pranger.

Das Badeparadies Schwarzwald wehrt sich gegen die Vorwürfe.

© ©Badeparadies Schwarzwald

Das Badeparadies Schwarzwald wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Von Eberhard Wein

Léo ist den Tränen nahe, Arno will nur noch weg. Zackig packt er seine Sachen zusammen. In einem kurzen Video, das sie auf der Plattform Tiktok gepostet haben, berichten die beiden schwulen Influencer Léo und Arno aus Paris von ihrem Besuch im Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt vor wenigen Tagen. Nur weil sie sich geküsst hätten, seien sie aus der Therme geflogen, sagen die beiden Influencer.

Seit das Video online gegangen ist, muss sich das Erlebnisbad gegen den Vorwurf der Homophobie wehren. In Deutschland sei jede Art der Diskriminierung verboten, heißt es unter anderem in den Kommentaren auf Tiktok. „Ich habe so etwas aus Deutschland noch nie gehört“, meint einer, der selbst mit seinem Mann in Deutschland zusammen wohnt.

@byarnoleo c’est une honte ! @Badeparadies Schwarzwald #gay♬ son original - BYARNOLEO

„Aber es gibt offenbar noch viel zu tun.“ Ein anderer findet, Léo und Arno hätten die Polizei rufen sollen. Sie sei sprachlos, meint eine weitere deutsche Nutzerin. „Ich möchte mich entschuldigen.“ Eine solche Behandlung werde von vielen Menschen in Deutschland nicht unterstützt.

„Therme ist ein Ort für alle“, sagt der Chef

Das Badeparadies, das auch schon wegen seiner Preispolitik in der Kritik stand, wies die Darstellung zurück. Die Therme seien ein „Ort, an dem alle Menschen unabhängig von persönlichen Hintergründen willkommen sind“, versicherte der Thermen-Chef Jochen Brugger. Man habe die Angelegenheit sorgfältig geprüft. „Ein Kuss war nicht ausschlaggebend für den Hausverweis, er erfolgte aufgrund mehrfacher Verstöße gegen die allgemein gültige Haus- und Badeordnung und steht in keinem Zusammenhang mit den persönlichen Hintergründen der beteiligten Personen.“

Auf dem Video ist zu sehen, wie eine Bademeisterin den beiden Männern auf Englisch erklärt, sie seien „to close“ – zu nah – beieinander gewesen. Näher erläutern wollte die Badeleitung die Gründe für den Rausschmiss auf Anfrage dieser Zeitung nicht. Man habe Kontakt zu den Gästen aufgenommen, um die Umstände aufzuklären. „Haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht weiter zu dem Vorfall äußern“, sagte Brugger.

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Erstellt:
16. März 2026, 14:58 Uhr
Aktualisiert:
16. März 2026, 15:19 Uhr

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