Polizisten schwer verletzt
„Recht verwirkt“ – OB Palmer fordert Ausweisung von Angreifer in Tübingen
Nach einem brutalen Angriff auf Polizisten in Tübingen fordert OB Palmer Konsequenzen. Die Beamten sind weiterhin dienstunfähig. Was ist sonst bekannt?
© IMAGO/Dennis Duddek/Ulmer II
Tübingens OB Palmer fordert höhere Mindeststrafen für Angriffe auf Polizeibeamte.
Von Michael Bosch
Nach dem schweren Angriff auf zwei Polizisten am vergangenen Sonntag in der Unfallklinik in Tübingen hat sich Oberbürgermeister Boris Palmer zu Wort gemeldet. „Ich kann es nur immer wieder sagen: Wer unsere Polizisten angreift und verletzt, hat sein Recht verwirkt, in unserem Land Schutz zu erhalten“, schrieb Palmer auf seiner Facebook-Seite. „Der Schutz für die Polizei durch das Strafgesetzbuch muss verschärft werden: Höhere Mindeststrafen für Angriffe auf Polizeibeamte, so dass die Ausweisung die zwingende Folge ist.“
Der 49-jährige Angreifer ist ukrainischer Staatsangehöriger. Er hatte am Sonntag einen gleichaltrigen Polizisten so lange gewürgt, bis dieser ohnmächtig wurde. Es brauchte Schlagstock sowie die Hilfe von Klinikpersonal, um den Mann letztlich festzunehmen. Auch eine 38-jährige Polizistin wurde verletzt. Unter anderem hatte der Angreifer die beiden gegen den Kopf geschlagen.
Angreifer war wohl stark alkoholisiert
Die Verletzungen der Beamten wiegen offenbar schwer. Genauere Angaben macht Pressesprecher Martin Raff vom zuständigen Präsidium in Reutlingen nicht. Nur so viel: Die beiden Beamten seien nach wie vor krankgeschrieben, „das wird auch bis auf Weiteres so bleiben“.
Wie kann es sein, dass zwei Polizisten es nicht schaffen einen Mann zu überwältigen und dabei noch so schwer verletzt werden? Natürlich seien die Kolleginnen und Kollegen für entsprechende Situationen ausgebildet, „wenn Sie eine Person dazu zwingen müssen, zu gehen, dann birgt das immer ein Risiko“, so Raff, „dass es so ausartet, hat aber schon ungewöhnliche Dimension.“
Weitere Angaben zum Täter wollte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage nicht machen, auch nicht zum Aufenthaltstitel des 49-Jährigen. Hinweise auf eine psychische Erkrankung gebe es nicht, so Lukas Bleier, Sprecher der Staatsanwaltschaft Tübingen. Allerdings sei der Mann bei dem Angriff „deutlich alkoholisiert“ gewesen.
Attacken auf Polizisten, bei denen die Beamten verletzt werden, häufen sich inzwischen. In dieser Woche gab es in Esslingen einen Fall, kurz vor dem Jahreswechsel rastete ein junger Mann in der Notaufnahme in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) aus und schlug auf Uniformierte ein. Einen Tag vor Weihnachten eskalierte eine Polizeikontrolle am Stuttgarter Hauptbahnhof: in allen Fällen wurden Polizisten verletzt.
