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Reichlich Redebedarf in Großaspach

Walter Thomae macht kein Hehl daraus, dass ihm die Leistung seiner Regionalliga-Fußballer gegen Alzenau überhaupt nicht passt. Der Trainer fordert von der SG-Elf im morgigen Kellerduell mit dem Drittletzten Mainz mehr Biss und größere taktische Disziplin.

Marvin Cuni (links) und Julian Leist mussten sich phasenweise mächtig strecken, damit es gegen Alzenau nicht eine komplette Bruchlandung gibt. Das 2:2 war sicher nicht das, was sich die SG erhofft hatte. Im Abstiegskampf war es ein Minihüpfer und keinesfalls ein Riesensprung. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Marvin Cuni (links) und Julian Leist mussten sich phasenweise mächtig strecken, damit es gegen Alzenau nicht eine komplette Bruchlandung gibt. Das 2:2 war sicher nicht das, was sich die SG erhofft hatte. Im Abstiegskampf war es ein Minihüpfer und keinesfalls ein Riesensprung. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Es dauerte eine Zeit lang, bis Walter Thomae am Mittwochabend wieder aus den Katakomben des Stadions auftauchte. Nach dem 2:2 gegen den Vorletzten Alzenau hatte der Trainer des Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach Redebedarf. Weniger mit den Pressevertretern, sondern vor allem mit seinen Spielern. Auf die Frage, was denn das Team zum eher enttäuschenden Teilerfolg sagt, antwortete Thomae nur: „Das weiß ich nicht. In der Kabine habe nur ich gesprochen.“ Der 54-Jährige war sauer. Schließlich hatte er vor dem Kellerduell gegen die Bayern gewarnt: „Das wird ein Abnutzungskampf.“ Irgendwie schien das aber nicht bei allen angekommen zu sein und deshalb schrieb der SG-Coach seiner Elf fürs morgige Heimspiel gegen den TSV Schott Mainz (ab 14 Uhr) gleich mal ins Stammbuch: „Das wird nicht anders wie das gegen Alzenau.“

Hätte seine Mannschaft auf dem Platz eine ähnliche Aggressivität ausgestrahlt wie ihr Trainer nach der Partie, dann wäre für die SG im Nachholspiel vermutlich nicht nur ein Punkt drin gewesen. Ein Zähler, mit dem die Hausherren gar noch zufrieden sein mussten. Schließlich hatten ihnen die Gäste mit Leidenschaft, mit Aggressivität, mit Biss und Schnelligkeit ordentlich zugesetzt. Das, was sich Thomae von seiner Elf erhofft hatte, sah er eher beim Gegner: „Wir haben ja fast keinen zweiten Ball gewonnen“, ärgerte sich der Trainer über das wieder einmal inkonsequente Zweikampfverhalten des einen oder anderen Akteurs. Dabei hatte seine Mannschaft wenige Tage zuvor beim 2:0 beim VfB II noch gezeigt, was in dem Punkt gehen kann, wenn Wille und Kopf mitspielen.

Der Vergleich mit Alzenau war nun aber wieder ein Stück Angst essen Seele auf. Statt die Aufgabe mit Selbstvertrauen und Entschlossenheit anzugehen, dominierten Zurückhaltung und Zögerlichkeit. Wurden die abgelegt, war Aspach prompt am Zug. Die Tore von Andreas Ivan und Sebastian Schiek waren Beweis dafür, dass der Fünftletzte auf einen Nichtabstiegsplatz hätte springen können. Tat er aber nicht und Thomae ärgerte sich nach dem Minihopser auf den sechstletzten Platz: „Wir hatten eine Idee, hatten einen Plan, und wenn wir uns an den nicht halten, dann sieht es so aus, wie es gegen Alzenau ausgesehen hat.“ Ergebnis des Ganzen war die nächste vergebene Chance für die SG Sonnenhof, im Abstiegskampf Boden gutzumachen,

Vielleicht ist es deshalb ja ganz gut für Großaspach, dass morgen bereits der nächste direkte Vergleich mit einem Kontrahenten im Tabellenkeller wartet. Diesmal treffen die Schwaben auf den Drittletzten TSV Schott Mainz und können beweisen, dass sie ihre Lektion gelernt haben. Ihr Trainer weiß, was dafür nötig ist: „Wir müssen irgendwann so weit sein, dass wir uns an unsere klaren Vorgaben halten.“ Und das völlig unabhängig davon, wie viele Punkte der Gegner auf dem Konto hat, denn: „In dieser Liga investiert jede Mannschaft – unabhängig vom Tabellenplatz – alles. Das wird am Samstag nicht anders werden und dafür müssen wir von Beginn an bereit sein und eine Topleistung abliefern.“

Ein Tick weniger, ein fehlender halber Schritt und Schonung bei der Defensivarbeit taugen jedenfalls nicht dazu, die Nerven der SG-Anhänger zu beruhigen. Die des Trainers erst recht nicht. Denn der war nach dem Nachholspiel richtig geladen. Schließlich hatte nicht viel gefehlt und das, was als großer Befreiungsschlag geplant war, wäre nicht nur ein magerer Teilerfolg, sondern gar ein herber Rückschlag geworden. Dabei, so Walter Thomae, „wussten wir, was gegen Alzenau auf uns zukommt“. Gegen Schott Mainz ist das nicht anders.

Jüllich und Gerezgiher verletzt, Diakite wieder fit

Personell sieht es bei der SG Sonnenhof Großaspach gegenüber der Mittwochpartie nicht viel anders aus. Torwart Oliver Schnitzler (Achillessehnenriss) fällt weiterhin aus und auch mit Mittelfeldorganisator Nicolas Jüllich (Muskelfaserriss) wird nicht gerechnet. Nicht dabei ist mit Joel Gerezgiher nun auch ein zweiter erfahrener Mittelfeldmann. Der 25-Jährige zog sich gegen Alzenau kurz vor der Pause ebenfalls einen Muskelfaserriss zu und musste ausgewechselt werden. Positiv ist, dass mit dem lange verletzten Mohamed Diakite ein weiterer Kandidat für die Mittelfeldzentrale von der Verletztenliste gestrichen werden kann. Der 24-Jährige feierte bereits am Mittwoch in den letzten 20 Minuten sein Comeback.

Wie derzeit üblich sind zu den Spielen keine Zuschauer zugelassen. Wer aktuell am Ball sein will, der kann dies mithilfe eines Internetlivestreams tun. Buchbar ist der Tagespass zum Preis von fünf Euro unter anderem auch über www.bkz.de/sport/sg-sonnenhof.

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Erstellt:
16. April 2021, 06:00 Uhr

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