Nationalmannschaft

So klingen Klopps Lobeshymnen auf zwei VfB-Spieler

Der neue Bundestrainer hat seinen ersten Kader benannt und dabei nicht mit Erklärungen gespart. Finn Jeltsch und Josha Vagnoman nehmen dabei eine besondere Rolle ein.

Jürgen Klopp hat seinen Spaß. Der Bundestrainer hat in Frankfurt erklärt, warum er welchen Fußballer nominiert hat. Dabei wurden auch die Stuttgarter Nationalspieler bedacht.

© IMAGO/Jürgen Kessler

Jürgen Klopp hat seinen Spaß. Der Bundestrainer hat in Frankfurt erklärt, warum er welchen Fußballer nominiert hat. Dabei wurden auch die Stuttgarter Nationalspieler bedacht.

Von Carlos Ubina

Ja, da muss Jürgen Klopp lachen. Wenn er an Josha Vagnoman denkt, dann sind die blendend weißen Zähne des Bundestrainers in all ihrer Pracht zu sehen. Und der 59-Jährige überlegt kurz, wie er die Nominierung des 25-jährigen Fußballprofis vom VfB Stuttgart erklären soll. Weil: es soll nach landläufiger Experten-Meinung keine guten Rechtsverteidiger für die deutsche Nationalmannschaft geben. Klopp bewertet die Situation anders. Vagnoman bringt für ihn viel an Potenzial und Fähigkeiten mit. „Wenn wir ein Buch darüber schreiben würden, was er alles nicht kann, dann würde es wie bei uns allen einiges zu lesen geben“, sagte Klopp in Frankfurt, „aber wenn wir eines darüber schreiben würden, was er alles kann, dann gäbe es auch viel Material – und für mich wäre es die bessere Lektüre.“

So schön ist wohl noch nie beschrieben worden, wie ambivalent Vagnoman in seinen Leistungen wahrgenommen wird. Es ist bei Fehlern manchmal zum Kopf schütteln und im nächsten Augenblick bei anderen Aktionen erstaunlich stark. Dazu kommt: „Als ich mich für ihn entschieden haben, war der Faktor Torgefahr noch gar nicht dabei“, betonte Klopp. Nun hat der VfB-Verteidiger in der Bundesliga zwei Tore und zwei Torvorlagen in seiner Scorerliste stehen. Auch das zeichnet den schnellen Abwehrspieler aus. Allerdings ist dem Bundestrainer nicht entgangen: „Er hat zuletzt zwei geile Tore erzielt, er hat aber auch eine Riesenchance vergeben, die wohl ebenso im Jahresrückblick dabei sein wird.“

Doch nicht nur Vagnoman wurde aus dem VfB-Kontingent (Maximilian Mittelstädt und Chris Führich zählen noch dazu) ausdrücklich mit Lob bedacht. Ebenso Finn Jeltsch. Der junge Innenverteidiger wurde erstmals in den A-Kader des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) berufen. Trotz seiner erst 20 Jahre – oder gerade deswegen, wie Klopp auf der Pressekonferenz auf dem DFB-Campus ausführte. „Von den Spielern, die mir nicht sofort geläufig waren, ist er mir als Erster aufgefallen“, sagte der Bundestrainer. Allein beim Blick auf Statistiken.

Jeltsch bringt es bereits auf 38 Erstliga- sowie auf 31 Zweitligaeinsätze. Er hat zudem zehn Europa-League-Partien sowie neun DFB-Pokalspiele bestritten – in der Regel von Anfang an. Damit verkörpert der Stuttgarter für Klopp die neue Generation an Innenverteidigern für die Nationalelf. „Er wirkt bereits sehr abgeklärt, er verfügt über eine tolle Athletik und er kann kicken“, sagte der Bundestrainer über den U-17-Welt- und Europameister. Für ihn ist Jeltsch ein „außergewöhnlicher Verteidiger“, der seine Begabung ab sofort im DFB-Kreis einbringen soll.

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Erstellt:
17. September 2026, 12:58 Uhr

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