Midterms in den USA

So viele schwarze Kandidaten für  Gouverneurs-Posten wie noch nie

In der Geschichte der USA sind erst drei schwarze Männer zum Gouverneur gewählt worden. Das könnte sich nun ändern.

Keisha Lance Bottoms (Mitte) möchte Gouverneurin von Georgia werden.

© ELIJAH NOUVELAGE/afp

Keisha Lance Bottoms (Mitte) möchte Gouverneurin von Georgia werden.

Von Christian Gottschalk

In der rund  250-jährigen Geschichte der USA wurden bisher gerade einmal drei schwarze Gouverneure gewählt. Nach dem 3. November könnte sich diese Zahl extrem in die Höhe schrauben. Vom Süden über den Mittleren Westen bis in den Westen bewerben sich schwarze Kandidaten um die Gouverneursposten in acht Bundesstaaten. Insgesamt kandidieren fünf Demokraten für das Gouverneursamt und drei Republikaner.

Eine schwarze Gouverneurin gab es noch nie

„Wir sind ein komplexes, wunderschönes Land“, sagte Keisha Lance Bottoms, eine Demokratin, die im Falle ihres Wahlsiegs die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der USA wäre. „Nur weil es noch nicht passiert ist, heißt das nicht, dass es nicht bald passieren wird.“

Die acht schwarzen Kandidaten bei den diesjährigen Gouverneurswahlen wollen einen Wandel forcieren, der sich lange nach dem Ende der Sklaverei nur langsam vollzieht. Während einige gute Chancen haben, gelten andere als Außenseiter. Zusammengenommen bilden sie eine Rekordzahl an Kandidaten in einem einzigen Wahlzyklus.

1989 wurde Douglas Wilder als erster Afroamerikaner zum Gouverneur von Virginia gewählt. Deval Patrick folgte ihm 2006 in Massachusetts, Wes Moore aus Maryland war dann 2022 der Dritte im Bunde. Er kandidiert nun für eine zweite Amtszeit und ist im Augenblick der einzige amtierende schwarze Gouverneur.

Dennoch haben die Nominierten nach einem Bericht des Senders CNN bisher wenig Wert darauf gelegt, dieses Thema in den Mittelpunkt zu rücken. Auch Ex-Präsident Barack Obama, der erste schwarze Präsident, und Kamala Harris, die nicht nur Rassenschranken durchbrach, sondern auch die erste weibliche Vizepräsidentin war, sind demnach nicht besonders in den Gouverneurswahlkampf eingebunden worden.

Im US-Kongress mit seinen 100 Mitgliedern gibt es derzeit fünf schwarze Senatoren und etwa 60 bis 64 schwarze Mitglieder im Repräsentantenhaus, das 435 Abgeordnete umfasst. Es kommt dabei darauf an, ob man nur stimmberechtigte Abgeordnete zählt und welchen aktuellen Mitgliederstand man zugrunde legt. Insgesamt machen in den USA schwarze Amerikaner rund 14 bis 15 Prozent der US-Bevölkerung aus.

Ex-Präsident Barack Obama macht Wahlkampf für die Demokraten, aber nicht explizit für die Gouverneurswahl.

© Paul Sancya/AP/dpa

Ex-Präsident Barack Obama macht Wahlkampf für die Demokraten, aber nicht explizit für die Gouverneurswahl.

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Erstellt:
28. Oktober 2026, 18:17 Uhr

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