Soziales

Söder fordert Bürgergeld-Kürzung

Die CSU lässt beim Bürgergeld nicht locker: Kürzungen will vor allem auch der bayerische Ministerpräsident durchsetzen. Und nicht nur das.

CSU-Chef Söder will Kürzungen beim Bürgergeld durchsetzen. (Archivbild)

© Sven Hoppe/dpa

CSU-Chef Söder will Kürzungen beim Bürgergeld durchsetzen. (Archivbild)

Von dpa

Berlin - CSU-Chef Markus Söder fordert eine Kürzung der Regelsätze beim Bürgergeld. "Es muss bis auf das absolut verfassungsrechtliche Minimum reduziert werden", sagte Söder, der auch bayerischer Ministerpräsident ist, der "Bild am Sonntag". Die generellen Regelsätze müssten verringert werden. "Wenn Sie mal zusammennehmen, was jemand mit Kindern, mit Zuschuss, mit Wohnungen und Regelsätzen bekommen kann, dann ist das nach wie vor ein sehr, sehr hoher Beitrag, der auf wenig Verständnis in der Bevölkerung stößt."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich Mitte der Woche ähnlich geäußert. "Das Bürgergeld mit knapp 50 Milliarden Euro pro Jahr kann einen entscheidenden Beitrag zur Konsolidierung leisten", sagte Dobrindt dem "Focus". "Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass hier deutlich mehr Einsparungen möglich sind als bisher geplant." Unterstützung im Grundsatz kam von der CSU im Bundestag - scharfer Widerspruch dagegen vom Koalitionspartner SPD und aus der Opposition.

"Ukrainer nicht mehr aus dem Bürgergeld mitfinanzieren"

Söder sagte weiter: "Es kann nicht sein, dass nach einer Reform die gleichen Beträge von 50 Milliarden stehen." Es müsse jetzt ein Rechtskreiswechsel organisiert werden, damit Ukrainer nicht mehr aus dem Bürgergeld und über das Bürgergeld mitfinanziert würden. Zudem verlangte er ein Gesetz, um die Bezahlkarte für Asylbewerber bundesweit durchzusetzen: "Bei der Migration müssen Rückführung und die freiwillige Ausreise erhöht werden, um die Kosten massiv zu senken. Das kann besonders über die Bezahlkarte gehen."

Das Bürgergeld hat ab 2023 das umstrittene "Hartz IV"-System abgelöst, das auf der Reformagenda des früheren SPD-Kanzlers Gerhard Schröder beruht hatte. Es wurde aber bald vor allem von der Union kritisiert. Es galt ihr als zu großzügig und ungerecht gegenüber den Steuern und Abgaben zahlenden Beschäftigten. Alleinstehende erhalten derzeit 563 Euro Bürgergeld im Monat. 

Für die rund 5,5 Millionen Bürgergeld-Bezieher gelten ab dem 1. Juli schärfere Regeln bis hin zu möglichen Total-Sanktionen. Neu ist auch der Name Grundsicherungsgeld. Die Höhe der Sozialleistung ändert sich nicht.

Zum Artikel

Erstellt:
21. Juni 2026, 00:12 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Gemeinsamer Wahlkampf-Auftritt mit Audi-Chef Gernot Döllner: US-Präsident Donald Trump kündigte ein Audi-SUV-Werk in den USA an.

SUV-Werk in Georgia

Audi kündigt Milliarden-Investition in USA an – auf Trumps Wahlkampftour

Trump macht den deutschen Autobauer Aufi zum Teil seines Wahlkampfs: Es geht um den Bau eines neuen Werks. Ein Manager aus Deutschland betritt die Bühne.

Stadt der Zukunft

Kulturkampf ums Auto: Die Revanche der Radler und Fußgänger

Vor 100 Jahren begannen wir, unsere Städte an das Auto zu verlieren – haben wir eine Chance, sie zurückzuholen? Während andere Städte in Europa vorangehen, sind in Deutschland die Fronten verhärtet.

Bildungspolitik

Pisa – war da was?

Der Aufschrei nach den historisch schlechtesten Pisa-Ergebnissen war kurz, fast schon resigniert. Dabei schwelt hier eine Katastrophe, mit möglicherweise verheerenden Folgen.