Landesbeschäftigte
Streik im öffentlichen Dienst – auch Wilhelma betroffen
Bleibt eine Einigung im Tarifstreit aus, könnten Mitarbeiter wiederholt die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Lohn.
© Sebastian Kahnert/dpa/Sebastian Kahnert
Öffentliche Fütterungen im Zoo könnten reduziert werden (Symbolbild).
Von Michael Maier
Bürger in verschiedenen Bundesländern müssen sich in den nächsten Wochen wiederholt auf Warnstreiks einstellen. Das stellten die Gewerkschaften vor Beginn der zweiten Runde in den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder in Aussicht.
Die Arbeitsbedingungen an Schulen und Hochschulen seien so herausfordernd wie nie, sagte Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen. „Das Mindeste, was wir fordern, ist eine angemessene Lohnsteigerung für den öffentlichen Dienst der Länder.“
Öffentlicher Dienst: Streik trifft Wilhelma in Stuttgart
Bei den Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder haben am Dienstag und Mittwoch in Baden-Württemberg unmittelbar vor der zweiten Verhandlungsrunde über 1.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.
Nachdem bereits rund 250 Streikende an Aktionen am Psychiatrischen Zentrum in Wiesloch sowie aus Landesdienststellen in Esslingen teilgenommen hatten, wird heute in Tübingen, Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim gestreikt. Betroffen sind Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerke, das KIT in Karlsruhe sowie weitere Landeseinrichtungen wie beispielsweise in Stuttgart auch die Wilhelma. Insgesamt sind rund 800 Mitarbeiter im Warnstreik.
Ver.di-Landesbezirksleiterin Maike Schollenberge fordert: „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder liefern jeden Tag erstklassige Arbeit für unser Land ab. Ihre Bezahlung ist im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen zweitklassig. Wir erwarten in der zweiten Verhandlungsrunde von den Arbeitgebern klare Signale, dass sie bereit sind, diese Lücke zu schließen.“
Warnstreik am Mittwoch in Stuttgart
- Wilhelma
- Statistisches Landesamt
- BitBW
- Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV)
- Kundgebung in Fellbach
- weitere kleine Dienststellen
Warnstreik am Mittwoch in Tübingen
- Universität Tübingen
- Studierendenwerk Tübingen
- KBF Tübingen
- Vermögen und Bau BW Tübingen
- Regierungspräsidium Tübingen
- Landesamt für Denkmalpflege
- Landestheater Tübingen.
- Kundgebung vormittags vor der Uni
In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken.
Mindestens 200 bis 300 Euro mehr
Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.
Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden sind am 15./16. Januar und am 11./12. Februar in Potsdam geplant.
Hunderttausende in Baden-Württemberg betroffen
In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamte, die indirekt von einer Übertragung der Ergebnisse profitieren könnten.
Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt jedoch ein eigenständiger Tarifvertrag.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte die zentralen Lohnforderungen in der ersten Verhandlungsrunde im Dezember abgelehnt und unbezahlbar genannt.
