Umfragen vor Midtermwahlen

Trump ist unbeliebt wie nie – oder liegen die Demoskopen wieder falsch?

US-Präsident Trump steht bei den US-Parlamentswahlen nicht zur Wahl, spielt aber trotzdem die Hauptrolle. Glaubt man den Umfragen, droht seinen Republikanern eine Zäsur.

Am Wahltag geben Wähler in der Kathedrale St. John the Divine in New York ihre Stimmen ab. Die US-Bürger sind bei den Midterms aufgerufen, über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat zu entscheiden.

© Yuki Iwamura/AP/dpa

Am Wahltag geben Wähler in der Kathedrale St. John the Divine in New York ihre Stimmen ab. Die US-Bürger sind bei den Midterms aufgerufen, über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat zu entscheiden.

Der unpopuläre Irankrieg und die steigenden Lebenshaltungskosten – die Stimmung in den USA ist in den vergangenen Monaten gekippt. Umstritten war Trump schon immer, aber so unbeliebt wie heute war er noch nie. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer großen Umfrage, die mehrere US-Medien kurz vor den Midtermwahlen veröffentlicht haben. Demnach missbilligen rund sechs von zehn Wählern die Amtsführung Trumps. Es ist vor allem die Sorge über die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft, die Trumps Partei, den Republikanern, zum Verhängnis werden könnte.

Trump kommt, zwei Jahre nach seinem Wahlsieg, nur noch auf 38 Prozent Zustimmung. Der Wert liegt damit laut CBS News und NBC News deutlich unter jenem, auf den Trump in seiner ersten Amtszeit zu den Zwischenwahlen 2018 kam (45 Prozent). Er liegt den Sendern zufolge auch unterhalb der Umfragewerte von George W. Bush 2006, als dessen Republikaner beide Kammern im Parlament verloren.

75 Prozent der Befragten äußerten die Ansicht, dass sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten in einem schlechten Zustand befinde. Davon stimmten 38 Prozent sogar der Aussage zu, dass sie „wütend“ seien. 65 Prozent sind laut NBC News der Ansicht, dass Trumps Politik die Situation verschlechtert habe. Für etwa die Hälfte der Wähler spielte demnach die Frage der Lebenshaltungskosten eine große Rolle bei der Wahlentscheidung.

Für die Erhebung im Auftrag zahlreicher großer Medien wurden laut CNN insgesamt rund 100.000 Wähler befragt. Bei den Midterms werden 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Mandate im Senat neu verteilt. Derzeit verfügen Trumps Republikaner in beiden Kammern des Kongresses über eine Mehrheit. Die Demokraten hoffen aufgrund der aktuellen Umfragen darauf, sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zu gewinnen. Sicher ist das indes keineswegs: Vergangene Wahlen haben gezeigt, dass die Demoskopen Trump oft  unterschätzt haben, das heißt: Am Ende schnitten die Republikaner meist besser ab als vorhergesagt.

Ein Grund für dieses Phänomen könnte laut Experten sein, dass die überzeugten Trump-Fans für Umfrageinstitute schwerer zu erreichen sind als andere Wähler, was die Vorhersagen insgesamt verzerrt.

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Erstellt:
4. November 2026, 01:30 Uhr

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