Russland

Ungeliebter Parteichef Medwedew

Wie umgehen mit dem Thema Krieg? Die Partei Einiges Russland hat ihren Weg gefunden, zu Lasten des eigenen Parteichefs.

Parteichef Dmitri Medwedew lacht, auch wenn ihm nicht immer zum Lachen ist.

© Sergei Karpukhin/TASS/actionpress

Parteichef Dmitri Medwedew lacht, auch wenn ihm nicht immer zum Lachen ist.

Von Christian Gottschalk

Wenn hierzulande darüber spekuliert wird, wer denn dereinst die Nachfolge von Wladimir Putin im Kreml antreten könnte, dann fällt immer wieder der Name von Dmitri Medwedew. Nun soll man in der Politik nie etwas ausschließen, doch diese Prognose gehört zu den unwahrscheinlichsten. Dass der Name überhaupt genannt wird, liegt wohl eher daran, dass Medwedew hier noch aus der Zeit bekannt ist, als er durch Putins Gnaden dieses Amt bekleiden durfte. Zwischen 2008 und 2012 war das.

Am Krieg kommt die Partei nicht vorbei

Tatsächlich ist Medwedew in Russland nicht besonders gut gelitten. Seine Kriegsrhetorik wird mit zunehmender Dauer immer argwöhnischer beäugt. Eine Konsequenz: Medwedew, der Parteivorsitzende von „Einiges Russland“, zählt nicht zu den fünf Spitzenkandidaten seiner eigenen Gruppierung, wenn im September so genannte Wahlen zur Duma abgehalten werden. Das Thema Krieg freilich muss die Partei aufgreifen: ein Veteran und ein bekannter Kriegsberichterstatter aus dem Fernsehen sind ganz vorne auf der Liste mit dabei. Dass die Wahlen nicht ansatzweise mit denen in westlichen Demokratien zu vergleichen sein werden, ist klar. Unklar ist, welches Ergebnis sich die Machthaber zurechtschummeln werden. 49,82 Prozent waren es bei der letzten Veranstaltung dieser Art vor fünf Jahren. Seitdem hat die Zufriedenheit der Menschen ganz sicher nicht zugenommen. Und daran wird sich bei der aktuellen Benzinkrise in Russland auch nicht viel ändern.

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Erstellt:
29. Juni 2026, 13:38 Uhr

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