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Verbesserungen bei Bus und Bahn im Blick

Der Nahverkehrsplan des Landkreises ist Thema im Sulzbacher Gemeinderat. Unter anderem wird angeregt, die Murrbahn streckenweise zweispurig auszubauen.

So wie an Gleis 2 will die Bahn bis in zwei Jahren auch den derzeit ungenutzten Bahnsteig an Gleis 1 direkt vor dem Sulzbacher Bahnhofsgebäude für einen barrierefreien Zustieg höher legen. Das Bahnhofsgebäude wurde von der Gemeinde aufgekauft und soll renoviert werden. Foto: U. Gruber

So wie an Gleis 2 will die Bahn bis in zwei Jahren auch den derzeit ungenutzten Bahnsteig an Gleis 1 direkt vor dem Sulzbacher Bahnhofsgebäude für einen barrierefreien Zustieg höher legen. Das Bahnhofsgebäude wurde von der Gemeinde aufgekauft und soll renoviert werden. Foto: U. Gruber

Von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR/MURRHARDT. Bürgermeister Dieter Zahn ist ganz offensichtlich ein großer Freund des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Jedenfalls hat er sich ausgiebig mit dem aktuellen Nahverkehrs-plan (NVP) des Landkreises befasst, welcher der Gemeinde zur Stellungnahme vorgelegt worden war. Dabei geht es um mögliche Verbesserungen bei den regionalen Buslinien im Einzugsbereich des Oberen Murrtals, also die Buslinien 375, 380 und 380A, 385, 386, 390 und 391, sowie der Murrbahn. Letztere befindet sich als Schienenverkehrseinrichtung zwar nicht in der Trägerschaft des Landkreises, dennoch kann dieser auf die verantwortlichen Gremien einwirken.

Mit Unterstützung von interessierten Mitbürgern wie Andreas Scheub sowie dem SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber hat der Rathauschef auf sieben Seiten Korrekturvorschläge ausgearbeitet und dabei „gut erfasst, wo der Schuh drückt“, wie Karl-Heinz Buth im Anschluss an den Vortrag der 17 Punkte im Gemeinderat lobend feststellt.

Ein wichtiger Kritikpunkt ist zum Beispiel die mangelhafte Abstimmung beim Umstieg in Backnang zwischen den Regionalbahnen R19 und R90 auf die S4 in Richtung Ludwigsburg und umgekehrt. Hier entstünden für die Reisenden unattraktiv lange Wartezeiten. Es werden Vorschläge gemacht, wie entweder die Abfahrtszeiten geändert werden könnten oder aber wie die zur Verfügung stehende Umsteigezeit verlängert werden kann, indem die Fahrtzeiten verkürzt werden – zum Beispiel durch Wiederausbau des Bahnhofs Burgstall zum Kreuzungspunkt mit zwei Bahnsteigen oder Unterlassen des zeitraubenden An- und Abkoppelns eines Triebwagens in Marbach am Neckar. Die Fahrgäste müssten an den kurzen Bahnsteigen bis Backnang dann bei den vorderen Türen aussteigen.

Knackpunkt ist natürlich, dass der zweigleisige Ausbau der immer noch eingleisigen Murrbahn-Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall in der Priorität herabgestuft wurde und damit in unbestimmte Ferne rückt. Deshalb wird angeregt, wenigstens streckenweise zweispurig auszubauen, zum Beispiel zwischen Sulzbach an der Murr und Oppenweiler oder Oppenweiler und Backnang. Ein Lichtblick ist die aktuelle Planung des Eisenbahn-Bundesamts, in Sulzbach und Oppenweiler je einen zweiten barrierefreien Bahnsteig auf Nennhöhe (76 Zentimeter über Schienenoberkante) auszubauen. Damit wird in beiden Bahnhöfen ein zeitsparender Kreuzungsverkehr der Züge möglich.

In der unlängst angeforderten Stellungnahme zu den Plänen hatte die Gemeindeverwaltung daher freudig lediglich Korrekturen in Bezug auf Wartehäuschen, Vegetationsflächen und Entwässerungsanlagen angeregt. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, das vor einigen Jahren von der Gemeinde erworben wurde, soll im Rahmen des 2020 neu gestarteten Sanierungsprogramms Ortskern II umfassend renoviert werden. Dabei will man sich alle Optionen offenhalten. Der Bahnsteigausbau ist für 2023 vorgesehen. Ein konkreter Wunsch betrifft den von Berufstätigen und Schülern stark frequentierten Frühzug R90 Richtung Schwäbisch Hall (Abfahrt 6.33 Uhr): Es solle doch auch die Linie R19 in Sulzbach haltmachen, die eine Viertelstunde später vorbeifährt, damit Fahrgäste mit Verspätung nicht eine ganze Stunde warten müssten und dann zu spät zur Arbeit oder in die Schule kämen. Reklamiert wird auch die zeitraubende Regelung der Haltestelle Hummelbühl in Richtung Murrhardt. Hier muss der Bus zweimal beide Fahrspuren der viel befahrenen L1066 kreuzen, um den Fahrgästen ein sicheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. In der Folge haben die Fahrgäste am Bahnhof Murrhardt dann nur zwei Minuten Zeit, um den Zug zu erreichen. Verschiedene Vorschläge zur Verlegung der Haltestelle werden gemacht. Im Nachtrag wird außerdem darauf hingewiesen, dass nach Realisierung der geplanten Wohnsiedlung, die im Bereich der Kreuzackerstraße erschlossen werden soll, eine Führung der Busstrecke durch diese Straße die Akzeptanz der Haltestelle erhöhen könnte. Das Bauvorhaben auf der 1,4 Hektar großen Freifläche mitten im Wohngebiet aus den 70er-Jahren, mit geplanten 72 Wohneinheiten in acht Mehrfamilien- und 16 Einzelhäusern, wurde laut Bürgermeister lediglich coronabedingt vom Investor noch nicht in Angriff genommen.

Ein weiteres Manko ist die schlechte ÖPNV-Anbindung der Sulzbacher Bergteilorte zwischen Zwerenberg und Eschenstruet. Hier wird angeregt, die Schulbuslinie 380A als ganzjähriges Basisangebot zu konzipieren oder alternativ eine Busverbindung von Grab über Hohenbrach, die genannten Bergteilorte sowie Bartenbach und Schleißweiler nach Sulzbach einzurichten. Daher wird auch die vorgesehene Aufstockung der Fahrten der Buslinien 380 über Großerlach nach Mainhardt und 385 über Spiegelberg nach Wüstenrot sehr begrüßt.

Kritisiert wird der unzuverlässige „Heimtransport“ der Schüler von Sulzbach in die Murrhardter Teilorte: Hat der Schulbus Verspätung, ist der Anschlussbus Richtung Fornsbach und Kirchenkirnberg schon weg, und die Schulkinder haben einen noch längeren Heimweg als ohnehin schon. „Insoweit ist zwingend auf den Schulbus zu warten“, wird in der Stellungnahme gefordert.

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Erstellt:
24. März 2021, 06:00 Uhr

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