Stellenabbau bei Generali

Versicherer macht Standort Stuttgart dicht – bundesweit 800 Jobs weg

Der Versicherungsgruppe Generali steht ein radikaler Umbau bevor: Warum der Konzern seinen Standort in Stuttgart bis 2030 komplett aufgeben will.

Umbruch beim Versicherer Generali: Das Unternehmen schließt sein Stuttgarter Büro und bündelt die Kräfte künftig in Karlsruhe (Symbolfoto).

© imago/STPP

Umbruch beim Versicherer Generali: Das Unternehmen schließt sein Stuttgarter Büro und bündelt die Kräfte künftig in Karlsruhe (Symbolfoto).

Von Jonas Schöll

Paukenschlag in der Versicherungsbranche: Die Generali Deutschland strafft ihr Standortnetz und streicht in diesem Zuge bundesweit 800 Arbeitsplätze. Der Versicherungskonzern beschäftigt in Deutschland rund 9100 Mitarbeiter. Von Schließungen betroffen sind nach Unternehmensangaben drei Standorte in Deutschland: Stuttgart, Nürnberg und Aachen. Die dortigen Teams sollen auf andere Regionalzentren verteilt werden.

Wie das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion am Montag bestätigte, sind am Standort in Stuttgart derzeit 250 Mitarbeitende beschäftigt. Diese sollen künftig im Rahmen einer neuen Standortstrategie im Regionalzentrum Karlsruhe zusammengeführt werden. Das bisherige Büro in Stuttgart wird bis Ende 2030 geschlossen.

Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen

Trotz der Standortschließung setzt der Versicherer auf eine sozialverträgliche Umsetzung. Bis Ende 2030 gibt das Unternehmen eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie. Der Abbau der 800 Stellen soll nicht über Kündigungen, sondern über die natürliche Fluktuation, Renteneintritte sowie freiwillige Abfindungs- und Altersinstrumente erfolgen. „Durch die frühzeitige Kommunikation wollen wir die Veränderungen planbar gestalten“, erklärt Generali-Personalvorstand Arne Benzin.

Die Generali reagiere damit auf ein „disruptiv veränderndes Marktumfeld“, wie CEO Stefan Lehmann mitteilt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, investiert der Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung der IT sowie in Künstliche Intelligenz (KI).

Die durch den technologischen Fortschritt erwarteten Produktivitätssteigerungen machen den Personalabbau aus Sicht der Konzernleitung erst möglich. „Mit den geplanten Veränderungen schaffen wir die Voraussetzungen, um auch künftig profitabel zu wachsen“, begründet CEO Lehmann.

Generali: Fokus auf fünf große Hubs

Neben Stuttgart werden auch die Standorte Aachen und Nürnberg aufgegeben. Deren Teams werden in Regionalzentren in Köln und München integriert. Künftig konzentriert sich die Generali in Deutschland auf fünf Hauptstandorte: München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken. Hinzu kommen Spezialstandorte in Frankfurt, Leipzig und Berlin.

Für die 250 Stuttgarter Mitarbeitenden beginnt nun eine mehrjährige Übergangsphase, in der die Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat über die konkrete Ausgestaltung der Standortzusammenführung im Mittelpunkt stehen dürften.

Konzernchef Stefan Lehmann plant Investitionen in Millionenhöhe für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

© Genrali

Konzernchef Stefan Lehmann plant Investitionen in Millionenhöhe für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

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Erstellt:
26. Oktober 2026, 15:46 Uhr

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