Von den unendlichen Möglichkeiten für junge Bastler

Bei der Kinderuni der Volkshochschule (VHS) Murrhardt können Jugendliche den 3-D-Druck erkunden. Mit dem lässt sich eine ganze Menge herstellen – wenn man sich mit der passenden Software angefreundet hat.

Basteln mittels CAD-Software: Bei der Kinderhochschule lernt die Runde, wie sich mit einem 3-D-Drucker umgehen lässt. Foto: Stefan Bossow

© Stefan Bossow

Basteln mittels CAD-Software: Bei der Kinderhochschule lernt die Runde, wie sich mit einem 3-D-Drucker umgehen lässt. Foto: Stefan Bossow

Murrhardt. Die Kinderhochschule der VHS Murrhardt hält dieses Jahr gleich mehrere Seminare für junge Leute bereit, die gerne tüfteln und mit Technik umgehen: Kinder im Grundschulalter können einen Ventilator selbst bauen, Jugendliche Roboter programmieren oder sich mit dem 3-D-Druck vertraut machen. Für letzteres Projekt haben sich vier Jungs und zwei Mädchen entschieden. Was würden die denn dann zu Hause gerne ausdrucken? „Legosteine“ und „einen Eurofighter“, stellen zwei Jugendliche spontan fest. Allerdings ist bei solch einem Modellflugzeug zu bedenken, dass es auch das eine oder andere Metallteil enthält, wendet ein weiteres Workshopmitglied ein. Klar: Der 3-D-Drucker, den Dozent Jürgen Kuhn mitgebracht hat, verarbeitet nur verschiedene Kunststoffe. Als IT-Spezialist mit eigener Firma, der ursprünglich aus dem Maschinenbau kommt, hat er sich vor etwa zehn Jahren nicht nur ein erstes Modell selbst gebaut, sondern benutzt die Möglichkeiten auch immer noch gerne. Allein dieses Jahr hat er rund 70 Teile – vom Heizkörperhaken bis zum Fuß für die Küchenmaschine – von der kleinen Minifabrik produzieren lassen, schätzt er. „Es lässt sich eigentlich alles herstellen“, sagt er, vorausgesetzt, man kann es zeichnen oder mit einem 3-D-Scanner abnehmen.

Zunächst vermittelt Kuhn den Jugendlichen, was ein 3-D-Drucker alles umsetzen kann. Konkretes Beispiel: eine Trillerpfeife inklusive eingeschlossener tongebender Kugel. „Ein Set von vier Stück ist in vier Stunden fertig“, sagt er. Um selbst als Produzentin und Produzent am Start zu sein, braucht es eine Software, mit der sich das eigene Werkstück designen lässt. Die Gruppe arbeitet mit dem frei zugänglichen, gebührenfreien Programm Freecad. Die Aufgabe: ein eigenes Namensschild entwerfen und später ausdrucken. Mit der CAD-Software heißt es, die Buchstaben zusammenzupuzzeln und anzuordnen, inklusive späterer 3-D-Darstellung. Der Schritt, die Daten zum Drucker zu schicken, ist dann aber doch nicht so einfach. „Die Software hat gezickt“, stellt eine der jungen Teilnehmerinnen fest. Das geht aber nicht nur ihr, sondern allen so, sprich, beim Programm funktioniert gerade etwas nicht. Kurzerhand packt Jürgen Kuhn die Werkstücke auf seinen Rechner und beauftragt den 3-D-Drucker mit der Umsetzung. Die Maschine fängt an, seine Bestellung abzuarbeiten, Schicht für Schicht, die jeweils etwa 0,1 Millimeter dünn ist. Bevor der Kunststoff aus der 0,4 Millimeter großen Düse gepresst wird, hat ihn das Gerät erhitzt.

Als die Minifabrik fertig ist, schauen sich die Jugendlichen ihre Namensschilder an. Rund eine Dreiviertelstunde hat die Herstellung gedauert – die Konstruktion allerdings schon etwas länger. Aber das ist ja auch Teil des Gesamtauftrags und Kinderuniworkshops. Der ist wie die anderen Angebote übrigens kostenfrei, was durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Murrhardt möglich ist. cs

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Erstellt:
4. November 2023, 06:00 Uhr

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