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Wandersocken, digitales Wasser und Gedankenscan

Kindervorstellung beim Murrhardter Sommerpalast mit Alexander Mabros – Magie trifft auf Naturwissenschaft

Mithilfe von Lara-Marie (rechts) und ihrer Lehrerin Gerlinde Mayer-Hammerle (links) von der Hörschbachschule weist Alexander Mabros alias Professor Doktor Johannes D. Tiefenthal (Mitte) nach, dass die Partner einsamer Socken keineswegs von der Waschmaschine gefressen wurden, sondern dass sich bösartige Wandersocken in die Trommel eingeschlichen haben. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Mithilfe von Lara-Marie (rechts) und ihrer Lehrerin Gerlinde Mayer-Hammerle (links) von der Hörschbachschule weist Alexander Mabros alias Professor Doktor Johannes D. Tiefenthal (Mitte) nach, dass die Partner einsamer Socken keineswegs von der Waschmaschine gefressen wurden, sondern dass sich bösartige Wandersocken in die Trommel eingeschlichen haben. Foto: J. Fiedler

Von Annette Hohnerlein

MURRHARDT. Wenn Wasser per Fernbedienung gefriert oder ein Dosentelefon Bilder und Gedanken überträgt, dann hat das viel mit Magie und auch ein wenig mit Naturwissenschaften zu tun. Alexander Mabros präsentierte seine Show „Der verrückte Professor“ mit Witz und Klamauk und riss sein junges Publikum vom ersten Moment an mit.

Dass dieser Professor ziemlich durchgeknallt ist, war auf den ersten Blick zu sehen: Mit einer grauen Wuschelperücke und löchrigen Jeans unter dem weißen Laborkittel schusselte der seltsame Wissenschaftler auf der Bühne herum. „Ich bin Professor Doktor Johannes D. Tiefenthal, der weltbeste Professor für Probleme aller Art“, stellte er sich den Schülern im Sommerpalast-Zelt im Murrhardter Stadtgarten vor.

In seinem ersten Versuch demonstrierte der Magier, wie man „digitales Wasser“ mit einer Fernbedienung von einem Aggregatzustand in den anderen umwandelt. Ein Klick, und das Wasser ist aus der Papiertüte verschwunden, also gasförmig geworden, ein weiterer Klick, und es bleibt im Glas stecken, auch wenn dieses umgedreht wird: „Ich Idiot, ich habe aus Versehen die Erdanziehungskraft abgeschaltet“. Im Vordergrund der turbulenten Show stand die Zauberei, aber ganz nebenbei lernten die Schüler aus Murrhardt und Umgebung auch das eine oder andere aus dem Gebiet der Naturwissenschaften. Zum Beispiel, dass Wasser die chemische Formel H2O hat und drei Aggregatzustände annehmen kann. Oder, dass Stoffe aus Atomen bestehen, die sich zu Molekülen zusammenschließen. Dies verdeutlicht Alexander Mabros mit einem Seiltrick, tatkräftig unterstützt von Merle, einer Zuschauerin aus der ersten Reihe. Wie von Zauberhand verknüpfen und lösen sich zwischen seinen Fingern drei Seile, die die beiden Wasserstoff- und das Sauerstoffatom des H2O-Moleküls darstellen sollen.

Der Magier, der auch promovierter Elektroingenieur ist, widmet sich aber nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch ganz alltäglichen hauswirtschaftlichen Problemen. Er geht dem Phänomen auf den Grund, dass nach jeder Wäsche einzelne Socken zum Vorschein kommen. Mithilfe von Lara-Marie und ihrer Lehrerin Gerlinde Mayer-Hammerle, „zwei Sockenexperten“, weist er nach, dass die Partner dieser einsamen Socken keineswegs von der Waschmaschine gefressen wurden, sondern dass sich bösartige Wandersocken in die Trommel eingeschlichen haben.

Alexander Mabros agiert mit so viel Tempo, Klamauk und kindgerechtem Wortwitz, dass die Schüler begeistert mitmachen und sich immer genügend Freiwillige finden, die zum Assistieren auf die Bühne kommen. Zum Beispiel Tinka, die zeigt, dass man mit einem Dosentelefon nicht nur Worte, sondern auch das Bild eines Elefanten übertragen kann. Oder sogar Gedanken, sofern man sie vorher – mit der Konservendose am Kopf – gescannt hat. In diesem Fall hatte sich Sofia als Versuchskaninchen gemeldet.

Was die Vorstellungskraft vermag, zeigt ein Experiment, bei dem Niklas mitwirkt. Die Armbanduhr einer Zuschauerin, Elisabeth, kommt in einen Karton, der verschlossen wird. Allein durch Niklas Fantasie wird dieser zuerst federleicht und kurz darauf so schwer, dass der Schüler ihn auch mit größter Anstrengung nicht mehr hochheben kann. Dass die Uhr am Ende, keiner weiß warum, in einer verschlossenen Dose mit Erdnüssen auftaucht, ist ein weiteres Mysterium dieses wundersamen Vormittags.

Die Schüler genossen den etwas anderen Schultag sehr, das war deutlich zu sehen und auch zu hören; immer wenn Alexander Mabros sein Publikum dazu aufrief, lautstark mitzumachen, erbebte das Zelt. Nach der Vorstellung reihten sich viele Kinder geduldig in eine Schlange ein, um ein Autogramm von dem Künstler zu bekommen.

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Erstellt:
19. Juli 2019, 09:12 Uhr

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