Warntag 2026
Was ist ein Warntag und wozu dient er? Fragen und Antworten
Heute haben Sirenen geheult und Handys geklingelt. Es war mal wieder Warntag. Was steckt dahinter und wozu dient diese Aktionstag?
© Rolf Vennenbernd/dpa
Am Warntag (12. März 2026) um 11 wurden mit einem Probealarm verschiedene Warnmittel geprüft.
Von Markus Brauer
Egal ob Hochwasser, Unwetter oder Lawinengefahr: Wenn es ernst wird und Menschen in Gefahr sein können, kann eine schnelle Warnung Leben retten. Heute wurde es deshalb wieder kurz laut in Deutschland. Am Warntag um 11 wurden mit einem Probealarm verschiedene Warnmittel geprüft, wie das Innenministerium mitteilt.
Was ist am Warntag zu hören?
Für eine Minute ist ein auf- und abschwellender Heulton zu hören, der die Bevölkerung bei schwerwiegenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit veranlassen soll, ihre Rundfunkgeräte einzuschalten und auf Durchsagen zu achten.
Wozu dient der Warntag?
Ziel der im Jahr 2020 eingeführten bundesweiten Kampagne ist es, die Menschen für Warnungen zu sensibilisieren. Zugleich sollen die Abläufe und die technische Funktionsfähigkeit der verschiedenen Warnmittel und -systeme einer Prüfung unterzogen werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die Innenministerien der Länder und die Kommunen führen den Aktionstag gemeinsam durch.
Wie werden die Sirenen aktiviert?
Die Sirenen werden über ein zentrales System im Lagezentrum der jeweiligen Landesregierung in München und Düsseldorf per Knopfdruck ausgelöst. Zu dieser Zeit ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.
Wo werden die Sirenen aktiviert?
Die Sirenen werden in zahlreichen Städten und Gemeinden Deutschlands aktiviert. Die genauen Standorte können je nach Region variieren. Es wird empfohlen, sich im Vorfeld über die Standorte der Sirenen in Ihrer Umgebung zu informieren.
Die örtlichen Behörden und die Innenministerien geben in der Regel über Broschüren oder im Netz Informationen darüber heraus, wo die Sirenen installiert sind und mit welchen Sirenensignalen die Bevölkerung im Falle eines Ernstfalls gewarnt wird.
Welche Warnmittel werden verwendet?
Neben den örtlichen Sirenen werden am bundesweiten Warntag aber auch moderne Warnmittel wie Smartphones, Anzeigetafeln in Bahnhöfen, Flughäfen oder Zügen, Rundfunkmedien, Soziale Netzwerke, Warn-Apps, Cell Broadcast und Presseagenturen getestet.
Wer organisiert den Warntag?
Der Warntag ist ein regelmäßiger Test der deutschen Warnsysteme, der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) organisiert wird. Er dient laut BBK dem Zweck, die Akzeptanz und das Wissen über Warnungen in Notlagen zu erhöhen, die technischen Abläufe zu überprüfen und die Selbstschutzfertigkeiten der Bevölkerung zu stärken.
Im Falle eines Zivilschutzfalls erfolgt die bundesweite Warnung durch das BBK, während in anderen Fällen regionale Behörden Warnungen aussenden.
Wie wird über Handys gewarnt?
Gewarnt wird auf verschiedenen Kanälen: Die Warnungsmitteilung kommt über Radio und Fernsehen, SMS-Benachrichtigungen oder Warn-Apps wie Nina* oder Katwarn*. Zusätzlich werden Sirenen, Lautsprecherwagen und die Infosysteme der Deutschen Bahn genutzt.
Auch das Cell-Broadcast-Verfahren kommt zum Einsatz. Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst, mit dem Warnnachrichten direkt auf das Handy oder Smartphone geschickt werden, sofern diese die Funktion aktiviert haben.
Hierbei sendet der Mobilfunkdienst die Warnmeldungen direkt aufs Handy. Kein anderer Warnkanal ist laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) so effektiv. Eine spezielle App muss hierfür nicht installiert werden.
Sind alle Handys kompatibel?
Ältere Geräte sind unter Umständen nicht in der Lage, Cell-Broadcast-Nachrichten zu empfangen. Das BKK hat auf seiner Homepage eine Liste mit empfangsfähigen Geräten angelegt.
Welche Einstellungen auf Handys sind zu beachten?
Wichtiger Hinweis: Um die Warnung zu empfangen, müssen die meisten iPhone-Besitzer unter Einstellungen „>Mitteilungen ganz unten ‚Test Warnungen‘“ aktivieren. Bei Android findet man die entsprechenden Einstellungen in der Regel unter „Sicherheit und Notfälle“ > Katastrophenwarnungen“.
Welche Warnstufen gibt es?
Warnstufe 1: Mit der höchsten Warnstufe 1, die jetzt getestet wird, wird die Bevölkerung in einer bestimmten Region immer dann alarmiert, wenn akute Gefahr droht, etwa durch hochgiftiges Gas, das nach einem Unfall in einer Industrieanlage austritt, oder durch eine Sturmflut.
Warnstufe 2: Sie bedeutet, es droht eine ernste Gefahr, beispielsweise durch abbrechende Äste oder herumfliegende Dachschindeln bei einem sehr starken Sturm.
Warnstufe 3: Damit wird auf ein Ereignis hingewiesen, das den normalen Tagesablauf beeinträchtigen kann, wie etwa Glättegefahr.
Wie ist die Warnlage in Stuttgart?
Früher standen auch in Stuttgart Sirenen auf zahlreichen Dächern. Nach dem Ende des Kalten Krieges sind diese Warneinrichtungen verschwunden. „Es gab bis zu 380 Sirenen im Stadtgebiet Stuttgart. Diese wurden bis zum Jahr 1995 demontiert“, sagt ein Sprecher der Branddirektion in der Landeshauptstadt. (mit dpa-Agenturmaterial)
