Medien

Wegner bekommt Negativ-Preis wegen erschwertem Zugang zu Informationen

Berlins Bürgermeister Kai Wegner wird wegen einer Änderung des Informationsfreiheitsgesetzes kritisiert. Das Netzwerk Recherche verleiht ihm den Negativ-Preis „Verschlossene Auster“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist mit dem Negativ-Preis „Verschlossene Auster“ der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bedacht worden (Archivfoto).

© Annette Riedl/dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist mit dem Negativ-Preis „Verschlossene Auster“ der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bedacht worden (Archivfoto).

Von red/dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist mit dem Negativ-Preis „Verschlossene Auster“ der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bedacht worden. Er erhalte die Auszeichnung stellvertretend für den Berliner Senat, hieß es in einer Mitteilung von Netzwerk Recherche. Die schwarz-rote Landesregierung habe das Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv eingeschränkt.

Nach einem Anschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahres hatte das Berliner Landesparlament das IFG Ende März überarbeitet und das Recht auf Zugang zu Behördeninformationen eingeschränkt. Der Senat begründete das mit dem besseren Schutz kritischer Infrastruktur, zu der auch das Stromnetz gehört. Kritiker warnten, das sei nur ein Vorwand, um die Einsicht in Verwaltungsakten zu erschweren. Informationsfreiheitsrechte würden damit massiv eingeschränkt. 

Facebook und Tesla zählen zu früheren Preisträgern

Die zweite Vorsitzende von Netzwerk Recherche, Annelie Naumann, sagte laut Mitteilung, durch die Entscheidung des Berliner Senats ließen sich künftig ganze Themenbereiche leichter der Öffentlichkeit entziehen. 

Mit dem Negativ-Preis zeichnet das Netzwerk Recherche seit 2002 Personen und Institutionen aus. Frühere Preisträger waren unter anderem die katholische Kirche, Facebook, Aldi, die Fifa, die bayerische Staatsregierung, Kreml-Herrscher Wladimir Putin und die Firma Tesla.

Zum Artikel

Erstellt:
12. Juni 2026, 18:48 Uhr
Aktualisiert:
19. Juni 2026, 17:59 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Gemeinsamer Wahlkampf-Auftritt mit Audi-Chef Gernot Döllner: US-Präsident Donald Trump kündigte ein Audi-SUV-Werk in den USA an.

SUV-Werk in Georgia

Audi kündigt Milliarden-Investition in USA an – auf Trumps Wahlkampftour

Trump macht den deutschen Autobauer Aufi zum Teil seines Wahlkampfs: Es geht um den Bau eines neuen Werks. Ein Manager aus Deutschland betritt die Bühne.

Stadt der Zukunft

Kulturkampf ums Auto: Die Revanche der Radler und Fußgänger

Vor 100 Jahren begannen wir, unsere Städte an das Auto zu verlieren – haben wir eine Chance, sie zurückzuholen? Während andere Städte in Europa vorangehen, sind in Deutschland die Fronten verhärtet.

Bildungspolitik

Pisa – war da was?

Der Aufschrei nach den historisch schlechtesten Pisa-Ergebnissen war kurz, fast schon resigniert. Dabei schwelt hier eine Katastrophe, mit möglicherweise verheerenden Folgen.