Verstoßenes Makaken-Baby

Wie geht es Punch heute?

Er klammerte sich an einen Stoff-Orang-Utan und rührte Millionen Menschen. Nun gibt es ein offizielles Update aus dem Zoo: Wie geht es dem Affenbaby Punch?

Punch hatte einen schweren Start ins Leben. Wie geht es ihm heute?

© Sana Muhy Ud Din / Shutterstock.com

Punch hatte einen schweren Start ins Leben. Wie geht es ihm heute?

Von Katrin Jokic

Die Bilder von Punch, dem kleinen Makaken aus dem Ichikawa City Zoo in Japan, gingen Anfang des Jahres um die Welt. Ein Affenbaby, das sich an einen braunen Plüsch-Orang-Utan klammert, nachdem es von seiner Mutter nicht angenommen wurde – das bewegte Millionen Menschen. Inzwischen ist es auf Social Media ruhiger um den Fall geworden. Doch nun gibt es ein offizielles Lebenszeichen.

Zoo meldet sich selbst zu Wort

Am 1. März veröffentlichte der Ichikawa City Zoo ein Update auf seinem offiziellen X-Account. Darin heißt es, Punch habe sich leicht die Nase aufgeschürft, diese sei vorsorglich desinfiziert worden. Schwerwiegende Verletzungen oder gesundheitliche Probleme werden nicht erwähnt. Im Gegenteil: Laut Tierpfleger frisst er gut und sei „nach wie vor ein kleiner Vielfraß“.

Entscheidend ist jedoch ein anderer Satz: Punch habe neue Freunde unter den Jungtieren gefunden und sehr vergnügt gespielt.

Die veröffentlichten Fotos zeigen ihn in engem Kontakt mit anderen Makaken. Er sitzt dicht neben Artgenossen, klammert sich spielerisch an ein anderes Jungtier und bewegt sich mitten in der Gruppe. Von Isolation ist auf diesen Bildern nichts zu sehen.

Ein deutlicher Unterschied zu früher

Der Start ins Leben war für Punch schwierig. Nach einer komplizierten Geburt im Juli 2025 zeigte seine Mutter kein Interesse an ihm. Pfleger mussten ihn per Hand aufziehen. Als er später in die Gruppe zurückkehrte, wurde er zunächst von anderen Makaken weggestoßen und grob behandelt. Der braune Stoff-Orang-Utan wurde zu seinem sicheren Halt.

Gerade deshalb ist das aktuelle Update bedeutsam. Soziales Spiel unter Jungtieren ist bei Makaken kein Nebendetail, sondern ein zentraler Baustein für Integration. In diesen Interaktionen lernen sie Rangordnungen, Körpersprache und Konfliktvermeidung.

Dass Punch laut Zoo neue Freunde gefunden hat und aktiv spielt, spricht dafür, dass er in der Gruppe zunehmend akzeptiert wird – zumindest unter Gleichaltrigen.

Auch Besucher berichten von Fortschritten

Bereits Ende Februar hatten Zoobesucher auf Social Media von positiven Beobachtungen berichtet. Der US-Fotograf Joshua Mellin schrieb nach einem Besuch, Punch habe ohne sein Plüschtier gespielt und sich mitten unter ältere Tiere gemischt. Auch andere Videos zeigen ihn vermehrt ohne den Stoff-Orang-Utan und in direkter Interaktion mit Artgenossen.

Solche Eindrücke ersetzen keine offizielle Einschätzung, decken sich jedoch mit dem nun veröffentlichten Zoo-Update.

Noch kein endgültiges Happy End

Trotz der positiven Signale bleibt Zurückhaltung angebracht. Makakengruppen sind streng hierarchisch organisiert. Dauerhafte Integration zeigt sich nicht in einzelnen Spielszenen, sondern daran, ob ein Tier langfristig toleriert wird, Zugang zu Futter ohne Aggression erhält und stabile soziale Bindungen aufbaut.

Das aktuelle Update liefert jedoch klare Hinweise darauf, dass sich Punchs Situation stabilisiert hat. Er frisst, er spielt, er hat Kontakt zu anderen Jungtieren.

Der kleine Affe, der zunächst als Symbol für Ausgrenzung galt, scheint Schritt für Schritt seinen Platz in der Gruppe zu finden. Wie dauerhaft diese Entwicklung ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Im Moment deutet vieles darauf hin, dass Punch nicht mehr allein ist.

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Erstellt:
3. März 2026, 09:40 Uhr
Aktualisiert:
3. März 2026, 09:42 Uhr

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