Verstoßenes Makaken-Baby
Wie geht es Punch heute?
Er klammerte sich an ein Stofftier und rührte Millionen Menschen. Wochenlang sorgten Videos des kleinen Makaken Punch aus einem Zoo in Japan für Mitgefühl und Diskussionen. Nun hat sich der Zoo ausführlich zu seinem Zustand geäußert und zuletzt auch ein neues Video geteilt.
© -/@ichikawa_zoo/dpa
Wie geht es Affenbaby Punch mittlerweile?
Von Katrin Jokic
Die Bilder von Punch gingen Anfang des Jahres um die Welt: Das Affenbaby war nach seiner Geburt nicht von seiner Mutter angenommen worden und hielt sich an einem braunen Plüsch-Orang-Utan fest. Später verbreiteten sich dann immer wieder Videos, in denen es so wirkte, als werde Punch von anderen Makaken bedrängt oder ausgegrenzt.
Zoo weist Vorwurf des „Mobbings“ zurück
In einem ausführlichen Statement vom 10. März reagierte der Ichikawa City Zoo auf die anhaltende internationale Sorge um das Jungtier. Der Zoo betont darin, dass es in Gruppen von Japanmakaken eine strenge Rangordnung gebe. Dominante Tiere zeigten gegenüber rangniedrigeren Tieren sogenannte „disziplinierende“ Verhaltensweisen. Diese seien nicht mit menschlichem Missbrauch gleichzusetzen, sondern gehörten nach Einschätzung des Zoos zum natürlichen Sozialverhalten der Tiere.
Zugleich räumt der Zoo ein, dass es in Punchs Gruppe einzelne ranghohe Makaken gegeben habe, die häufiger aggressives Verhalten gezeigt hätten. Diese Tiere seien deshalb am 8. März vorübergehend aus der Gruppe genommen worden. Man wolle die Situation weiter sorgfältig beobachten.
Der Zoo erklärt außerdem, Punch verbringe den Großteil des Tages friedlich. Die Zahl der Tiere, die sich mit ihm beschäftigten oder mit ihm spielten, nehme zu. Auch deshalb verbringe er inzwischen mehr Zeit ohne sein Stofftier.
Tierärzte beobachten Punch täglich
Laut Zoo wird Punch wie alle anderen Tiere täglich von einem Team aus drei Tierärzten kontrolliert. Hinweise auf lebensbedrohliche Angriffe gebe es derzeit nicht. Punchs Zustand werde engmaschig beobachtet.
Auch zu Forderungen, das Jungtier dauerhaft von der Gruppe zu trennen, äußert sich der Zoo klar. Das sei verständlich, berge aus Sicht der Verantwortlichen aber erhebliche Risiken. Punch habe sich bereits an das Leben in der Gruppe gewöhnt. Eine Trennung könnte dazu führen, dass er später nicht mehr zurückkehren kann und dauerhaft isoliert leben müsste.
Neues Video zeigt Punch verspielt und aktiv
Ein weiteres Update lieferte der Zoo am 15. März auf X. Dazu wurde ein kurzes Video veröffentlicht, in dem Punch auf einen aufgestellten Ast klettert und sichtbar agil unterwegs ist.
Begleitet wurde der Clip von einer Einschätzung der Tierpfleger: Punch spiele in letzter Zeit besonders gern mit Ästen. An diesem Tag habe er sofort mit einem Ast gespielt, den die Pfleger morgens für ihn aufgestellt hatten. Sein Temperament sei „voll da“, außerdem habe er auch an diesem Tag wieder kräftig gefressen.
Das Video vermittelt einen deutlich lebhafteren Eindruck als viele der früheren Aufnahmen, die vor allem Sorge ausgelöst hatten. Punch wirkt darin neugierig, aktiv und verspielt.
Wie die Lage jetzt einzuordnen ist
Der Zoo zeichnet derzeit das Bild eines Jungtiers, das medizinisch überwacht wird, frisst, spielt und sich innerhalb der Gruppe weiterentwickelt. Gleichzeitig bleibt die Situation sensibel: Auch der Zoo selbst bestreitet nicht, dass es aggressive Interaktionen gegeben hat. Er ordnet sie jedoch als Teil der sozialen Dynamik in einer Makakengruppe ein und hat nach eigenen Angaben auf auffällige Tiere bereits reagiert.
Damit ist Punchs Geschichte noch kein uneingeschränktes Happy End. Die neueren Mitteilungen deuten aber darauf hin, dass sich seine Lage zumindest stabilisiert hat. Das jüngste Video zeigt jedenfalls keinen verängstigten Außenseiter, sondern ein munteres Makakenbaby, das klettert, spielt und offenbar mit großem Appetit durchs Gehege geht.
