Aktionstag in Frankreich

Wieder Gewalt und Tränengas bei Schulprotesten

Wasserwerfer, Tränengas, brennende Autos: In Paris eskalierten die Schulproteste erneut. Doch laut Bildungsminister Geffray ist nicht die Schülerbewegung das Problem – wer steckt dahinter?

Frankreichweit haben Schüler und Studenten während eines erneuten Aktionstags für eine bessere Ausstattung von Schulen und bessere Lernbedingungen demonstriert.

© Thibault Camus/AP/dpa

Frankreichweit haben Schüler und Studenten während eines erneuten Aktionstags für eine bessere Ausstattung von Schulen und bessere Lernbedingungen demonstriert.

Die Schulproteste in Paris und anderen französischen Großstädten sind erneut in Gewalt und massive Polizeieinsätze gemündet. In Paris ging die Polizei nach eigenen Angaben mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Randalierer im Umfeld eines Demonstrationszuges vor, die sie mit Gegenständen beworfen sowie Geschäfte und Cafés beschädigt hatten. Außerdem hätten Demonstranten Brände entfacht und versucht, Barrikaden zu errichten, und ein Seil über den Boden gespannt, um das Vorrücken der Polizeibeamten zu behindern. Ein geparktes Auto wurde in Brand gesetzt.

Auch aus der Großstadt Lyon berichtete die Polizei von Angriffen auf Einsatzkräfte und auf Geschäfte sowie eine Tankstelle durch eine sehr aggressive Gruppe an der Spitze eines Demonstrationszuges. Die Kundgebung wurde aufgelöst und die Polizei setzte auch hier Tränengas ein. Mehrere Beamte wurden verletzt. Auch in Straßburg kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Bereitschaftspolizisten, die Tränengas einsetzten. In Nantes setzten Beamte ebenfalls Tränengas gegen Demonstranten ein, Rangeleien gab es auch in Rennes.

Kleine extrem gewalttätige Minderheit

Die massive Gewalt ging dabei zumeist nicht von den protestierenden Schülern, sondern von aggressiven Gruppierungen teils schwarz gekleideter Angreifer aus, wie Medien berichteten. Bildungsminister Édouard Geffray sprach im Parlament von einer „kleinen, extrem gewalttätigen Minderheit“, die die Schülerbewegung „verfälschten“. 

An den Demonstrationen anlässlich eines zweiten landesweiten Aktionstags beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 161.500 Menschen, wobei allein bei zwei Protestzügen in Paris 41.500 Menschen dabei waren. Die Gewerkschaften sprachen von landesweit 480.000 Teilnehmern.

Demonstranten stehen inmitten von Tränengas, das die Polizei während einer Demonstration von Schülern abgefeuert hat.

© Lou Benoist/AFP/dpa

Demonstranten stehen inmitten von Tränengas, das die Polizei während einer Demonstration von Schülern abgefeuert hat.

Bei einer Demonstration von Schülern in Montpellier kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei.

© Sylvain Thomas/AFP/dpa

Bei einer Demonstration von Schülern in Montpellier kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei.

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Erstellt:
13. Oktober 2026, 18:58 Uhr

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