Sturm und viel Schnee im Südwesten

Wo in Baden-Württemberg Unwetterwarnungen gelten

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, Schneeverwehungen, überfrierende Nässe und Orkanböen: Wo in Baden-Württemberg Unwetterwarnungen gelten und welche Folgen die Witterung hat.

In Teilen Baden-Württembergs soll es am Wochenende heftig schneien. (Symbolbild)

© Katharina Kausche/dpa/Katharina Kausche

In Teilen Baden-Württembergs soll es am Wochenende heftig schneien. (Symbolbild)

Von red/dpa

Wegen Sturmtief „Elli“ herrscht in Teilen Baden-Württembergs Unwettergefahr. Bis Samstagmorgen gilt für mehrere Regionen im Schwarzwald eine Unwetterwarnung der Stufe 3 von 4 des Deutschen Wetterdienstes (DWD). 

Es geht dabei um Gefahren für Leib und Leben durch orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde oberhalb von 1.000 Metern. In exponierten Lagen müsse mit Orkanböen bis 130 km/h gerechnet werden. Zudem warnte der DWD in Lagen über 600 Meter vor starkem Schneefall. Doch es könnte sein, dass es dabei nicht bleibt.

Am Samstag drohen den Angaben nach vermehrt Schneeverwehungen, teils mit unwetterartigen Auswirkungen. Daher könnten weitere Unwetterwarnungen nötig werden, sagte DWD-Meteorologin Helga Scheef.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee möglich

In der Nacht zum Samstag soll es in Baden-Württemberg wieder schneien. In Staulagen im Schwarzwald sind den Angaben zufolge bis Sonntagfrüh 30 Zentimeter, punktuell bis zu 50 Zentimeter Neuschnee möglich. Im Bergland werde der Wind voraussichtlich erst gegen Abend hin langsam nachlassen.

Forstminister Peter Hauk (CDU) warnte vor Waldbesuchen und verwies auf die möglichen Sturmböen im Bergland und Orkanböen im Hochschwarzwald: „Daher sollten die Wälder in diesen Regionen vorerst gemieden und auf einen Waldbesuch verzichtet werden, da glatte Waldwege oder herabfallende Äste und umbrechende Bäume zum Sicherheitsrisiko werden können.“ Auch auf den Straßen durch oder entlang von Wäldern sei besondere Vorsicht angezeigt.

Glätte auf den Straßen und Dauerfrost

Im Flachland seien am Samstag zunächst Schneematsch und Schneeregen zu erwarten, sagte Scheef. Dann sei überfrierende Nässe Thema. „Wenn man nicht weg muss, sollte man zu Hause bleiben. Oder zumindest vorsichtig fahren.“

Zudem soll es am Wochenende wieder kälter werden: „Sonntag erwarten wir keine Plusgrade mehr“, sagte die Meteorologin. Und auch für Samstag hat der DWD Höchstwerte im Bergland um minus 1 Grad, sonst oft zwischen 0 und plus 4 Grad angekündigt. Im Rheingraben könnten es plus 5 Grad werden. Nachts sollen die Temperaturen auf bis zu minus 12 Grad auf der Frankenhöhe fallen.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Folgen des Wetters bekommen auch Bahnreisende zu spüren - wenngleich in Baden-Württemberg nicht in einem solchen Ausmaß wie in Norddeutschland. Die Deutsche Bahn (DB) warnte jedoch für den Südwesten vor Verspätungen und Zugausfällen. Sie kündigte auf ihrer Internetseite an, dass voraussichtlich bis Samstag mit witterungsbedingten Einschränkungen zu rechnen sei.

Unter anderem sollen mehrere Züge im Regionalverkehr mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Langsamer fährt den Angaben nach die Linie RE2 auf der Schwarzwaldbahn zwischen Hausach - St. Georgen - Villingen und Donaueschingen. Die S-Bahn-Linien 1 und 10 in Südbaden seien streckenweise betroffen. Zwischen Titisee und Neustadt sei wegen der witterungsbedingten Einschränkungen ein zusätzlicher Busverkehr im Pendelbetrieb eingerichtet.

„Wenn möglich verschieben Sie nicht zwingend notwendige Reisen auf einen anderen Zeitraum“, appellierte die DB auf der Homepage. Reisende sollten sich unmittelbar vor Beginn der Fahrt über ihre Verbindung in der Reiseauskunft unter www.bahn.de oder in der App DB Navigator erkundigen.

Wiederum auf schneeglatter Straße kam ein Linienbus bei Ebhausen (Landkreis Calw) von der Fahrbahn ab und rutschte rund fünf Meter einen Abhang hinunter, bis er gegen einen Baum prallte. Der 29 Jahre alte Fahrer und zwei Fahrgäste im Alter von 25 und 32 Jahren wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Den Schaden schätzten die Ermittler auf etwa 200.000 Euro.

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Erstellt:
9. Januar 2026, 13:10 Uhr

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