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Zauber des gemeinsamen Einstimmens

Beim Kirchenkirnberger Quempassingen wirken auch Chor und Instrumentalisten der Neuapostolischen Kirche Murrhardt mit

Es gibt ein Musikevent im Schwäbischen Wald, bei dem man die (vor-)weihnachtliche Stimmung unglaublich intensiv spürt und regelrecht von ihr ergriffen wird: Das traditionelle Quempassingen bei Kerzenschein in der evangelischen Kirche in Kirchenkirnberg.

Das Quempassingen gibt es bereits seit 35 Jahren. Chor und Besucher stimmen sich durch das gemeinsame Singen von Liedern – hier mit Judith-Maria Matti (links) – in der Kirchenkirnberger Kirche auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Foto: E. Klaper

Das Quempassingen gibt es bereits seit 35 Jahren. Chor und Besucher stimmen sich durch das gemeinsame Singen von Liedern – hier mit Judith-Maria Matti (links) – in der Kirchenkirnberger Kirche auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper



KIRCHENKIRNBERG. Bereits seit 35 Jahren lockt es eine von Jahr zu Jahr größere Zuhörerschar aus dem ganzen Umkreis an. Heuer begann es bereits eine Stunde früher „auf vielfachen Wunsch wegen den Kindern, und so wollen wir es auch in Zukunft halten“, erklärte Uwe Matti, der die Gesamtleitung innehatte. Beim Quempassingen „wollen wir gemeinsam die Weihnachtszeit herbeisingen, weihnachtliche Stimmung schaffen und so ein Gefühl dafür bekommen, was die nächsten Wochen uns bringen“, verdeutlichte Matti. Ziel des Advents- und Weihnachtsliedersingens und -musizierens ist es, das gemeinsame Singen zu fördern und in die Familien zu tragen, aber auch für etwas Ruhe und Besinnung zu sorgen in der oft sehr hektischen und stressbeladenen Vorweihnachtszeit. Dabei gab es auch ein Jubiläum zu feiern: Seit 40 Jahren ist Uwe Matti für die evangelische Kirchenmusik in Kirchenkirnberg verantwortlich, wobei ihn seine Frau Judith-Maria Matti, Leiterin der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land, tatkräftig unterstützt. Pfarrer Steffen Kaltenbach dankte dem Musikerehepaar „für großartige, qualitativ hochwertige Klangerlebnisse“. Matti wiederum dankte allen, die sich für die Kirchenmusik in Kirchenkirnberg engagieren, fürs gemeinsame Musizieren und versicherte: „Wir machen weiter!“

Das Programm bot gleichsam einen bunten Strauß aus alten und neuen Advents- und Weihnachtsmelodien. Grandioser Höhepunkt war heuer der gemeinsame Auftritt der Kirchenchöre aus Kirchenkirnberg und Fornsbach mit dem Chor und einigen Instrumentalisten der Neuapostolischen Kirche in Murrhardt, die die Sängerschar und das Kammerorchester der Walterichstadt verstärkten.

Uwe Matti erinnerte daran, dass schon seit einigen Jahren eine freundschaftliche Zusammenarbeit der Neuapostolischen Kirche mit den Kirchenchören aus Kirchenkirnberg und Fornsbach besteht. Alle zwei Jahre gestalten deren Sänger ein gemeinsames Projekt: So präsentierten sie heuer als klangstarkes, bestens miteinander harmonierendes Ensemble ausdrucksvoll und überzeugend Choräle aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach mit feierlichen Orchestervorspielen.

Das verstärkte Kammerorchester sorgte mit nuancenreicherem und voluminöserem Klang für großen Hörgenuss. Unter anderem mit einer Instrumentalversion einer schwungvollen jugoslawischen Weihnachtsweise, die wie ein fröhlicher Volkstanz wirkte. Ein heiteres Glanzlicht setzte das kleine, aber feine Kinderchörle. Voller Freude sangen die Mädchen und Jungen mit glockenhellen Stimmen flott und stimmig den modernen, pfiffigen Song „Womit rast der Nikolaus von Haus zu Haus“ von Wolfgang Hering und Bernd Meyerholz. Das Lied erzählt, wie der Nikolaus allerlei Fortbewegungsmittel nutzt, auch unkonventionelle, um die Geschenke rasch überallhin bringen zu können.

Der Frauenchor „con spirito“ trug mit klangschönen, bestens harmonierenden Stimmen zwei englischsprachige Melodien vor, wobei das swingende „Sunny light of Bethlehem“ von Lorenz Maierhofer ein echter Ohrenschmeichler war. Diese beiden Chöre leitete Judith-Maria Matti und begleitete sie am Klavier.

Einen erfolgreichen Premierenauftritt als Duo legten die Saxofonschülerinnen Annalena Schaller und Sina Joos trotz Lampenfieber hin. Sie erfreuten das Publikum mit ihrer stimmungsvollen Darbietung des Adventslieds „Leise rieselt der Schnee“. Beide haben mit dem Saxofonspielen beim Kooperationsprojekt Bläserklasse zwischen Grundschule Fornsbach, Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land und Musikverein Fornsbach angefangen und sind drangeblieben.

Die meisten Zuhörer stimmten bei verschiedenen bekannten Melodien mit ein und lernten unter der motivierenden Regie von Uwe Matti einige neue Kanons. Wie alle Jahre wieder bildete das von allen Mitwirkenden gemeinsam mit Verve intonierte frühbarocke Kirchenlied „Den die Hirten lobeten sehre“ den krönenden Abschluss, diesmal unter der Regie von Judith-Maria Matti, wobei Uwe Matti sie bei der Orgelbegleitung ablöste.

Michael Praetorius gestaltete den prächtigen Chorsatz nach dem alten lateinischen Lied „Quem pastores laudavere“, wovon der Name der Veranstaltung abgeleitet ist. Dazu bekamen die Zuhörer brennende Kerzen und sangen den mitreißenden, jubelnden Refrain „Gottes Sohn ist Mensch geborn...“ mit. Da erfüllte große Festvorfreude und besinnliche weihnachtliche Stimmung die Kirche. Mit enthusiastischem Beifall dankten die Zuhörer den Akteuren für das wunderschöne, stimmungsvolle Erlebnis.

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Erstellt:
10. Dezember 2019, 06:00 Uhr

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