Hunderte Verschüttete noch vermisst

Zwei Arbeiter nach neun Tagen aus Tunnel in Nepal gerettet

Mehr als eine Woche nach der Sturzflut im Himalaya sind zwei Männer lebend gefunden worden. In Tunneln werden noch Hunderte Arbeiter vermisst. Ob sie noch leben, ist völlig ungewiss.

Rettungskräfte suchen in den verschütteten Stollen des Wasserkraftwerks seit Tagen bei völliger Dunkelheit nach Überlebenden.

© Prime Minister Secretariat, Nepal/AFP/Getty Images

Rettungskräfte suchen in den verschütteten Stollen des Wasserkraftwerks seit Tagen bei völliger Dunkelheit nach Überlebenden.

Von Markus Brauer

Neun Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya haben Rettungskräfte in Nepal zwei Arbeiter lebend aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks geborgen. Es handle sich um einen 30-Jährigen und einen 45-Jährigen, hat die nepalesische Armee mitgeteilt. Auch der Betreiber der Anlage Trishuli 3A bestätigte die Rettung. Beide Männer würden nach Kathmandu geflogen, sagte ein Sprecher. Ihr Zustand sei nach ersten Eindrücken stabil.

Das Wasserkraftwerk Upper Trishuli 3A ist ein Laufwasserkraftwerk im Distrikt Rasuwa in Nepal. Ursprünglich wurde das Wasser des Flusses Trishuli zur Erzeugung von 60 MW Strom genutzt, doch das Kraftwerk wurde durch die Überschwemmungen in Nepal im Jahr 2026 schwer beschädigt.

Nepalesische Rettungskräfte versuchen noch Hunderte von Arbeitern  zu lokalisieren und zu retten, die vermutlich durch die Katastrophe in Tunneln unter dem Kraftwerk eingeschlossen wurden.

Wie die Eingeschlossenen gerettet werden sollen

Der australische Geologe, Ingenieur und Tunnelrettungsexperte Arnold Dix, der von den nepalesischen Behörden um Unterstützung bei den Rettungsmaßnahmen im Kraftwerk gebeten wurde, hat am 2. September bekanntgegeben, dass 42 Arbeiter des Kraftwerks vermisst würden.

Dix hält ein Überleben innerhalb der 33 Meter tiefen Anlage unter den Bergen in einer abgeschlossenen Kammer im oberen Bereich des unterirdischen Gebäudes für möglich. Die Retter versuchen, von außen vertikal zu bohren, um die Stahlbetondecke zu durchbrechen. Die Rettungsarbeiten werden jedoch durch das Wetter und die fehlende Zufahrt nach den weggespülten Straßen erschwert.

Die Sturzflut aus dem Gletschergebiet im Himalaya hatte zahlreiche Wasserkraftanlagen verwüstet, von denen sich einige noch im Bau befanden. Es werden noch Hunderte Arbeiter vermisst, die in den Tunnelsystemen der Anlagen vermutet werden. Bei der Katastrophe kamen in Nepal und Tibet aktuellen Angaben zufolge mehr als 1.300 Menschen ums Leben, die Zahl der Vermissten geht in die Tausende. (mit dpa-Agenturmaterial)

Hunderte Arbeiter wurden schon lebend geborgen, doch noch immer harren unzählige in den Kraftwerksräumen aus.

© Reuters/Naveen Srivastava via X

Hunderte Arbeiter wurden schon lebend geborgen, doch noch immer harren unzählige in den Kraftwerksräumen aus.

Auf diesem von der nepalesischen Armee zur Verfügung gestellten Foto retten Soldaten im Rahmen einer laufenden Rettungsaktion am Wasserkraftprojekt Trishuli 3A im nepalesischen Distrikt Rasuwa einen Arbeiter lebend aus einem Tunnel.

© Uncredited/Nepal Army/AP/dpa

Auf diesem von der nepalesischen Armee zur Verfügung gestellten Foto retten Soldaten im Rahmen einer laufenden Rettungsaktion am Wasserkraftprojekt Trishuli 3A im nepalesischen Distrikt Rasuwa einen Arbeiter lebend aus einem Tunnel.

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Erstellt:
4. September 2026, 12:26 Uhr

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