Wassergebühren steigen

Murrhardter Gemeinderat stimmt Neukalkulation zu – Ziel ist es, die Infrastruktur- und Personalkosten der Stadtwerke zu decken

Das Stadtparlament hat die Grundlagen fürs neue Jahr 2019 gelegt. Neben dem Haushalt hat es ebenso die neue Kalkulation der Wasserversorgungsgebühren samt der dafür erforderlichen 6. Änderung der Wasserversorgungssatzung verabschiedet.

Die Verbrauchsgebühr steigt um rund 11,5 Prozent, die Grundgebühren für Standardzähler erhöhen sich um etwa 32,2 Prozent. Foto: Steidi/Fotolia

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Zum 1. Januar 2019 erhöht sich die Grundgebühr für die kleinste Zählergröße auf 8,20 (bisher 6,20) Euro pro Monat, die Verbrauchsgebühr für Normalabnehmer auf 2,51 (bisher 2,25) Euro pro Kubikmeter. Der Rabatt für Großabnehmer mit einem konstanten Jahresverbrauch von über 20000 Kubikmetern steigt auf 25 (bisher 20) Prozent, und deren Verbrauchsgebühr auf 1,88 (bisher 1,80) Euro pro Kubikmeter. „Die Neukalkulation kommt zwei Jahre zu spät“, räumte Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Braulik in der Sitzung ein und erläuterte die komplexe Gebührenberechnung.

Zur Kalkulation der Grundgebühren für die Jahre 2019 bis 2021, ausgehend von den Zählergrößen und der maximalen Durchflussmenge, werde vom gebührenfähigen Aufwand ein Betrag von 550000 Euro als Fixkostenanteil verwendet, das entspricht etwa 26 Prozent der gesamten Fixkosten. Den Rabatt für Großabnehmer, die viel mehr Fixkosten tragen als Normalabnehmer, habe man neu kalkuliert und von 20 auf 25 Prozent erhöht.

Zudem werden bei der Wassergebührenkalkulation ab 2019 Zweitzähler, wie Brauchwasserzähler für landwirtschaftliche Betriebe oder Gärtnereien zur Nutzung von Regenwasser oder Zisternen, extra abgerechnet und dafür eigene Gebühren kalkuliert. Da man gute Erfahrungen mit den fernauslesbaren Ultraschallzählern gemacht habe, werden Beschaffung und Wechsel der Zweitzähler im Rahmen der 6. Änderung der Wasserversorgungssatzung vollständig an die Stadtwerke übertragen.

„Früher war der Wasserpreis stark subventioniert“, doch das gehe heute nicht mehr: „Wir müssen alles genau kalkulieren und dokumentieren.“ Dies umfasse die Kosten der Stadtwerke für die Erhaltung der Rohrnetz-Infrastruktur inklusive Reparaturen der Rohrbrüche, die neuen Wasseraufbereitungsanlagen und ständigen Qualitätskontrollen, das Personal und die gestiegenen Preise der Nordostwasserversorgung (NOW), verdeutlichte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

„Die Verbrauchsgebühr steigt nur moderat“, hob er hervor. Denn die Stadtwerke verzichten für 2014 und 2015 auf die Nachholung der Konzessionsabgabe an die Stadt, die pro Jahr rund 140000 Euro beträgt, und für 2016 seien dafür nur 58000 Euro in der Kalkulation vorgesehen. Nachdem der Trinkwasserverbrauch in den vergangenen Jahren sank, sei er nun wieder etwas gestiegen. Verglichen mit Nachbarkommunen erhebe zwar nur die Stadt Backnang höhere Trinkwassergebühren. Dafür „haben wir in den vergangenen zehn Jahren unsere Hausaufgaben im Bereich Trinkwassergewinnung und -aufbereitung erledigt“.

Dabei sei die Walterichstadt „Spitzenreiter“ im Kreis und gehöre bei den Gebühren zur Spitzengruppe. Ziel der Stadtwerke sei es, die Betriebsprozesse zu optimieren, die hohen Kosten für die Trinkwasserversorgung zu decken und einen Gewinn zu erwirtschaften, um die Konzessionsabgabe an die Stadt zahlen zu können, betonte Braulik.

„Wasser ist das wichtigste Lebensmittel“, unterstrich Bürgermeister Armin Mößner. Die Neukalkulation und Anpassung der „fairen Gebühren für sauberes Trinkwasser aus vorwiegend eigenen Quellen ist ein Schritt in Richtung Gebührenzahler und kommt unseren Bürgern entgegen“.

Der Rathauschef verwies auf die weitverzweigten Strukturen des großen Versorgungsnetzes, aber auch auf den Anspruch der Stadtwerke, künftig effizienter und wirtschaftlicher zu arbeiten. „Die Aufgabe der Trinkwasserversorgung wird in Murrhardt gut erfüllt“, darum erhebe man „faire Gebühren für gute Qualität und Versorgungssicherheit“.