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Ansporn und eine Grundsatzdiskussion

Bürgermeisterwahl in Murrhardt: Auf Stippvisite bei Armin Mößner am Stand auf dem Murrhardter Marktplatz

Der Wochenmarkt ist eine klassische Möglichkeit, mit den Murrhardtern ins Gespräch zu kommen. Armin Mößner schöpft sie voll aus. Bis zur Bürgermeisterwahl am 21. Juli wird er regelmäßig dort präsent sein. Die Anliegen, die am vergangenen Freitag an ihn herangetragen wurden, waren von Alltagsfragen und -problemen geprägt. Er erhielt immer wieder Ansporn, aber es ergab sich auch eine sehr grundsätzliche Diskussion um Umwelt- und Energiepolitik.

Armin Mößner (Zweiter von links) mit seiner Mutter Doris Härer (links) am Wahlinfostand. Der Murrhardter Wochenmarkt ist eine gute Gelegenheit, mit Leuten unkompliziert und niederschwellig ins Gespräch zu kommen. Die Themen und Anliegen sind breit gestreut. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Armin Mößner (Zweiter von links) mit seiner Mutter Doris Härer (links) am Wahlinfostand. Der Murrhardter Wochenmarkt ist eine gute Gelegenheit, mit Leuten unkompliziert und niederschwellig ins Gespräch zu kommen. Die Themen und Anliegen sind breit gestreut. Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. An diesem Freitagmorgen ist es noch ein bisschen frisch. Doris Härer, die ihrem Sohn beim Bürgermeisterwahlkampf zur Seite steht, reibt sich die Oberarme. Wenn Armin Mößner in ein Gespräch vertieft ist, verteilt sie auch mal ein Blöckchen mit Kugelschreiber oder einen Chip für den Einkaufswagen mit seinem Wahlkampfmotto „Miteinander für ein starkes Murrhardt“. Auf dem hochgezogenen Stelltisch liegen außerdem Flyer zu Terminen und Broschüren.

„Jetzt muss ich schon wieder auf Sie los“, sagt ein Mann mit einem Schmunzeln, der zu Armin Mößner tritt. Er bittet ihn, sich doch mal um einen Spielplatz zu kümmern, an dem illegal Müll abgelegt werde. Mößner spricht mit dem Bürger, macht sich eine Notiz auf einem seiner Blöckchen. Diejenigen, die sehr zielstrebig zu den Marktständen unterwegs sind, grüßt er einfach mit einem freundlichen „Guten Morgen“. Auf die Frage „Wie läuft’s denn bisher so im Wahlkampf?“ zeigt sich der 35-Jährige zufrieden. „Die Homepage und die Veranstaltungen sind gut besucht“, sagt er. Gleichsam hat er sich vorgenommen, bis zum Schluss fleißig zu bleiben. Mit dem Expertenblick eines Verwaltungschefs stellt er zwischendrin fest, dass ein kleiner Hund ohne Steuermarke unterwegs ist.

Wie ist es, nun nach acht Jahren wieder im Wahlkampf auf dem Marktplatz zu stehen? Damals war Armin Mößner noch Kämmerer in Oppenweiler, trat gegen Amtsinhaber Gerhard Strobel an und gewann die Wahl mit 66,4 Prozent. Ob er damals noch ein wenig nervöser war? Er ist sich nicht ganz sicher, „spannend ist die Zeit im Wahlkampf auf jeden Fall“. Etwas Rückenwind verspürt er durch die Ergebnisse der Kreistagswahl. Eine kurze Bekundung im Vorbeigehen: „Meine Stimme haben Sie.“ Einzelne signalisieren ihm klar, dass er für sie der Richtige ist. Mal, indem sie feststellen, dass er die Werbetrommel doch eigentlich gar nicht groß rühren müsse, mal, dass er sich mit Blick auf den 21. Juli keine Sorgen zu machen brauche. „Eigentlich ein Selbstläufer“, so eine Einschätzung.

„Ich finde es nicht gut, dass es das Ferienprogramm jetzt nur noch online gibt. Wir bekommen Rückmeldungen, dass das für Senioren oder finanziell nicht so gut gestellte Familien schwierig ist“, sagt eine Murrhardterin. Mößner plädiert für die papierlose Variante, die die Zukunft sei und die Anmeldung für die Verwaltung enorm vereinfache, weil die Angaben auf den Karten nicht mehr mühsam von Hand eingegeben werden müssen. Die Frau verleiht ihrem Wunsch, trotzdem eine kleine Auflage an Broschüren zu drucken, nochmals Nachdruck.

Ferienprogramm: Bitte, eine kleine Auflage als Broschüre zu drucken

Eine Murrhardterin sucht sichtlich aufgewühlt Rat beim amtierenden Bürgermeister, was sie wegen der schwierigen Situation mit einer Nachbarin – offenbar mit psychischen Problemen – machen soll, die ihre Tochter angegriffen und ihr schrecklich Angst gemacht habe, wie sie erzählt. Mößner ist dafür, dass sie dies bei der Polizei anzeigt, um die Lage transparent zu machen und von Betreuerseite eine Reaktion zu erwirken.

Ein weiteres Thema sind die gute Sichtbarkeit von Rauchverbotsschildern auf Spielplätzen, die Kontrolle und Bestrafung bei Nichteinhaltung. In Sachen Verbesserung des Takts auf der Murrbahn erklärt Mößner die Rahmenbedingungen, bei der Frage nach den Toiletten im Klosterhof reicht der kurze Hinweis, dass die seit längerer Zeit wieder offen sind. „Eigentlich wäre das auch eine Idee, die Sprechstunde zur Marktzeit mal hier zu machen“, überlegt der 35-Jährige.

„Meine Prognose sind 85 Prozent plus. Das erwarte ich von den Murrhardtern“, sagt ein Mann, den der amtierende Bürgermeister ganz offensichtlich nicht mehr überzeugen muss. „Wo sind denn die anderen Kandidaten?“, will eine Frau wissen. Bei Roland Anton Krojer ist die Sache einfach, da muss Mößner nur in Richtung Gasthof Engel verweisen, vor dem der 53-Jährige seinen Infostand aufgebaut hat. Beim dritten, Samuel Speitelsbach, müsse man sich überraschen lassen, ob er am Mittwoch bei der Kandidatenvorstellung in der Festhalle vorbeischaut.

Als Armin Mößner einer älteren Dame ein Blöckchen mit Stift anbieten will, macht die klar, dass sie „keine Wahlgeschenke und Wegwerfartikel will“, und fragt, welcher Partei Mößner angehört. Dass auf kommunaler Ebene Parteipolitik eine geringere Rolle spielt, überzeugt sie nicht so richtig, dann hakt sie nach, stellt konkrete Fragen und fordert Mößner als Kandidaten und CDU-Mitglied mit bundes- und weltpolitischen Themen heraus. „Wie stehen Sie zu Fridays for Future?“, fragt sie ihn. Mößner bringt die Schulpflicht ins Spiel und dass er das Demonstrieren während des Unterrichts kritisch sieht. „Wenn in 10 oder 20 Jahren alles schlecht ist, was nützt den jungen Leuten dann die Schule?“, so die Gegensicht. Mößner gibt zu bedenken, dass es nicht leicht ist, nun parallel aus Atomenergie und Kohle auszusteigen und gleichzeitig die E-Mobilität auszubauen. Auch problematisiert er einen drohenden Atomstromimport, eine Strompreiserhöhung für Geringverdiener sowie das Fehlen eines Gesamtkonzepts. Die Seniorin hält mit dem ungelösten Problem von Atommüll, einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, die die Probleme mit verursache und in ihre Schranken gewiesen werden müsse, dagegen. „Dann sind wir bei einer Verbotskultur. Es gehören immer zwei Seiten dazu“, sagt Mößner und dass die Verbraucher ihren Part beisteuern müssten. Die Fragen sind so grundsätzlich, dass die beiden sie nicht ausdiskutieren können.

Eine andere Seniorin macht sich genauso für die jungen Leute stark – wenn auch in ganz anderer Hinsicht. Sie berichtet davon, dass sie mit Blick auf das neue Murrufer Bedenken wegen den Jugendlichen hatte, die sich dort aufhalten. Doch die seien absolut ruhig und rücksichtsvoll. Nun fieberten sie gemeinsam der Fertigstellung inklusive Bänken entgegen, auch wenn der Wasserstand gerade sehr niedrig sei. Vermutlich ist der Wahlkampf da bereits Geschichte.

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Erstellt:
9. Juli 2019, 06:00 Uhr

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