Was sich für Verbraucher ändert
EU beschließt Bargeld-Obergrenze
Die Europäische Union verschärft den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung – mit spürbaren Folgen für Bargeldzahlungen. Künftig soll es erstmals eine einheitliche Obergrenze für Barzahlungen geben.
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Das EU-Parlament hat eine Bargeldobergrenze beschlossen.
Von Katrin Jokic
Neue EU-Regel: Bargeldzahlungen über 10.000 Euro verboten
Mit der Verordnung (EU) 2024/1624 führt die EU eine klare Grenze ein: Barzahlungen über 10.000 Euro sollen künftig nicht mehr erlaubt sein.
Die Regelung tritt jedoch nicht sofort in Kraft. Sie gilt:
- ab 10. Juli 2027 verbindlich
- teilweise mit Übergangsfristen bis 2029
Ziel ist es, große Bargeldbewegungen transparenter zu machen und illegale Geldströme besser zu bekämpfen.
Schon ab 3.000 Euro: Ausweispflicht bei Bargeldgeschäften
Zusätzlich sieht die Verordnung strengere Kontrollen vor:
- ab 3.000 Euro müssen Händler künftig die Identität von Kunden prüfen
- betroffen sind „gelegentliche“ Bargeldgeschäfte
Damit will die EU verhindern, dass größere Summen unterhalb der 10.000-Euro-Grenze unbemerkt bleiben.
Was aktuell in Deutschland gilt
Noch ist die neue EU-Regel nicht in Kraft. In Deutschland gelten derzeit andere Vorgaben:
- Keine Bargeld-Obergrenze: Barzahlungen sind grundsätzlich unbegrenzt möglich
- Ausweispflicht ab 10.000 Euro: Händler müssen persönliche Daten erfassen und speichern
- Edelmetalle: anonym nur bis 1.999,99 Euro, darüber hinaus Identitätsprüfung verpflichtend
- Immobilien: Barzahlungen seit April 2023 komplett verboten
Diese Regeln bleiben zunächst bestehen, werden aber durch die EU-Vorgaben künftig vereinheitlicht und teilweise verschärft.
Wen die neuen Regeln betreffen
Die Obergrenze richtet sich vor allem an Händler und Unternehmen, die Bargeld annehmen. Für Verbraucher bedeutet das:
- Große Anschaffungen (z. B. Autos, Schmuck) können künftig nicht mehr vollständig bar bezahlt werden, wenn der Betrag über 10.000 Euro liegt
- Identitätsprüfungen werden häufiger – auch bei kleineren Summen
Besonders im Fokus stehen Branchen mit erhöhtem Risiko für Geldwäsche, etwa der Handel mit Luxusgütern oder Edelmetallen.
Noch ist Bargeld in Deutschland weitgehend frei nutzbar. Mit der neuen EU-Verordnung wird sich das jedoch ändern: Spätestens ab 2027 gilt eine klare Obergrenze von 10.000 Euro – und strengere Kontrollen schon darunter. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Große Bargeldzahlungen werden künftig zur Ausnahme.
