Notsignal
Eurowings-Landung in Paris statt Mallorca – der Hintergrund
Unerwarteter Zwischenstopp auf dem Weg nach Mallorca: Flug EW590 musste in Paris landen – Passagiere verärgert.
© Christoph Schmidt/dpa
Panne bei Eurowings (Symbolbild/Archiv).
Von Michael Maier
Wer am Samstagabend an Bord des Eurowings-Flugs EW590 von Köln/Bonn nach Palma de Mallorca stieg, hatte vermutlich bereits den bevorstehenden Urlaub vor Augen. Doch statt Sandstrand und Mittelmeer erwartete die 131 Passagiere und die Besatzung ein unvorhergesehener Zwischenstopp in der französischen Hauptstadt. Südlich von Paris leitete das Cockpit plötzlich einen Sinkflug ein und steuerte den Flughafen Paris Charles de Gaulle an. Die Boeing 737 war gegen 20.40 Uhr am Flughafen Köln Bonn gestartet. In einer Flughöhe von rund 8000 Metern setzte die Besatzung südlich von Paris das internationale Notsignal Squawk 7700 ab. Dieser Transpondercode signalisiert der Flugsicherung eine akute, besondere Situation an Bord, um Priorität im Luftraum zu erhalten.
Paris statt Mallorca: Dampf bei Eurowings
Als Sicherheitsmaßnahme steuerten die Piloten den Großflughafen Charles de Gaulle an, wo die Maschine gegen 22 Uhr sicher landete. Vor Ort wurde das Flugzeug von Rettungsdiensten und Feuerwehrkräften empfangen. Die Sorge vor einem größeren Triebwerksschaden oder einem Brand bestätigte sich nicht. Ein Sprecher der Fluggesellschaft gab kurz nach dem Vorfall bekannt, dass es sich um eine reine Dampfentwicklung im hinteren Bereich der Bordküche handelte. Berichten zufolge war ein Ofen in der Küche der Auslöser. Da bei unklarem Dampf- oder Rauchaustritt an Bord strenge Sicherheitsprotokolle greifen, entschieden sich die Piloten vorsorglich für die außerplanmäßige Landung. Eurowings betonte, dass die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung zu keiner Zeit gefährdet gewesen sei.
Wet Lease: Eurowings „operated by Smartwings“
Obwohl der Flug unter der Flugnummer von Eurowings vermarktet wurde, befand sich an diesem Abend übrigens gar kein Eurowings-Personal im Cockpit oder in der Kabine. Die Maschine wurde im Rahmen eines sogenannten Wet-Lease-Abkommens von der tschechischen Fluggesellschaft Smartwings betrieben. „Operated by“ lautet der Hinweis dabei üblicherweise. Bei diesem Verfahren mietet eine Fluggesellschaft sowohl das Flugzeug als auch das fliegende Personal einer Partnerfluglinie an, um eigene Kapazitätsengpässe auszugleichen. Im Dezember hatte die türkische Billigfluggesellschaft Pegasus Airlines die Übernahme der tschechischen Smartwings Group samt Czech Airlines angekündigt.
Nach dem Verlassen der Maschine in Paris wurden die 131 Passagiere in Hotels in der Nähe des Flughafens untergebracht. Fluggäste berichteten Medien gegenüber von einer mutmaßlich unklaren Informationslage an Bord sowie längeren Wartezeiten beim anschließenden Hoteltransfer. Die Fluggesellschaft organisierte die Umbuchung der Reisenden auf alternative Flüge, um sie an ihr eigentliches Ziel Palma de Mallorca zu bringen.
