Attacken auf Stromversorgung

Großeinsatz im Hambacher Forst – weitere Details zu Sabotage-Verdächtigem

Am Hambacher Forst läuft ein Großeinsatz der Polizei. Hält sich der Tatverdächtige dort versteckt? Er könnte auch auf dem Fahrrad geflüchtet sein.

Nach Fällen von Strom-Sabotage sucht die Polizei am Hambacher Forst nach dem Tatverdächtigen.

© Christoph Reichwein/dpa

Nach Fällen von Strom-Sabotage sucht die Polizei am Hambacher Forst nach dem Tatverdächtigen.

Wegen versuchter Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz sucht die Polizei derzeit mit einem Großaufgebot am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln nach dem Tatverdächtigen. Ziel des Einsatzes sei es, den 48-jährigen Mann selbst oder Spuren, die Hinweise auf ihn liefern, zu finden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Der Mann hatte Bekennerschreiben versandt, die auf „Täterwissen“ hindeuteten.

Hambacher Forst Symbol für Kampf um Energiewende

Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet westlich von Köln, das zum bundesweiten Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohle-Verstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.

Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten unter dem Motto „Hambi bleibt“ Baumhäuser im Wald, um die Rodung für die klimaschädliche Braunkohle-Verstromung zu verhindern und die Bäume vor dem anrückenden Braunkohletagebau zu schützen. Im Herbst 2018 ließ die CDU-geführte Landesregierung den Hambacher Forst in einem der größten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens mit Verweis auf den Brandschutz räumen.

Nach langem Rechtsstreit kam es Anfang 2020 zur endgültigen Rettung des Waldes durch einen Kompromiss zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen. Die Abbruchkante des Tagebaus endet seitdem kurz vor dem Waldsaum.

Tagelange Suche mit Fahndungsfotos

Wegen der Sabotageaktionen wird seit Tagen nach dem 48 Jahre alten Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.

Sprengstoff in Wohnung gefunden

Die versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.

Dieser Mann soll laut Polizei für Sabotage-Akte auf das Stromnetz verantwortlich sein. Nach ihm wird gefahndet.

© Polizei Brandenburg

Dieser Mann soll laut Polizei für Sabotage-Akte auf das Stromnetz verantwortlich sein. Nach ihm wird gefahndet.

Mit diesem Fahrrad könnte der Sabotage-Verdächtige unterwegs sein.

© Polizei Brandenburg

Mit diesem Fahrrad könnte der Sabotage-Verdächtige unterwegs sein.

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Erstellt:
6. September 2026, 14:30 Uhr

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