Gernot Döllner bei Trump
„Guter Stil sieht anders aus“ – Özdemir kritisiert Audi-Chef
Gernot Döllner verkündet bei einer Wahlkampfveranstaltung von Trump den Bau eines Audi-Werks in den USA. Ministerpräsident Özdemir kritisiert dies deutlich – und fordert Antworten für Neckarsulm.
© Christophe Gateau/dpa
Cem Özdemir fordert Antworten für Neckarsulm (Archivbild).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump mitten im US-Wahlkampf scharf kritisiert. Der Auftritt hinterlasse nicht nur bei ihm „ein erhebliches Störgefühl“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Guter Stil sieht anders aus.“
Zugleich mahnte Özdemir, die Bedingungen für Investitionen hierzulande zu verbessern: „Gleichzeitig müssen wir uns in Deutschland fragen, warum Milliardeninvestitionen in den USA attraktiver sind als bei uns.“ Der Regierungschef forderte Perspektiven für den Audi-Standort Neckarsulm. „Wer viel Geld in Georgia investiert, muss auch sagen, wie es in Neckarsulm weitergehen kann“, so Özdemir.
Milliarden für ein neues US-Werk
Hintergrund ist der geplante Bau eines neuen Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia mit rund 4.500 Arbeitsplätzen. Döllner hatte das milliardenschwere Vorhaben bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump angekündigt und Trump für dessen Unterstützung gedankt.
Das Audi-Werk in Neckarsulm mit über 15.000 Beschäftigten steht indes wegen der VW-Krise und Sparplänen auf der Kippe. Bis Ende Juni 2027 soll der Standort ein neues Konzept vorlegen.
Özdemir warf Trump vor, mit seiner Handelspolitik gezielt die europäische Wirtschaft zu schwächen. „Mit seiner übergriffigen Zollpolitik will Trump Arbeitsplätze und Investitionen aus Europa in die USA ziehen“, betonte er. „Dagegen hilft nur eins: Europa, Deutschland und Baden-Württemberg wieder so stark zu machen, dass Unternehmen hier gerne investieren wollen!“
