Kommentar: Kuba lernt im Umgang mit USA vom Iran
Kommentar: Kuba lernt im Umgang mit USA vom Iran
Von Tobias Käufer
Es ist das erste Interview von Kubas Machthaber Miguel Diaz-Canel mit einem amerikanischen TV-Sender. Und es ist eine Kampfansage an Washington. Die Interviewerin will wissen, ob er bereit sei, zurückzutreten, um Kuba zu retten, wenn Washington dies fordere. Diaz-Canel antwortet: „Dass Revolutionäre kapitulieren und aufgeben, gehört nicht zu unserem Wortschatz.“
Damit offenbart er das größte Problem der USA mit der Kubanischen und der Islamischen Revolution. Deren ideologischer Markenkern ist der absolute Wille zum Machterhalt. Und darin liegt begründet, warum sich weder der Iran noch Kuba dem aktuellen Druck der USA unterwerfen. Beide Regime sind bereit, die eigene Bevölkerung zu opfern. Die Mullahs töten wahllos die Demonstranten auf der Straße, Kubas Kommunisten nehmen seit Jahren in Kauf, dass kubanische Flüchtlinge auf dem Meer ertrinken. Arbeitsscheues Gesindel, rief ihnen Fidel Castro einst hinterher.
Zur jahrzehntelangen erfolgreichen Logik dieses Widerstandes gehört, dass die Solidarisierungseffekte im Kampf von David gegen Goliath zunehmen, je größer der Druck der USA wird – sowohl im Ausland als auch im eigenen Land. Vor allem, wenn es militärische Angriffe oder apokalyptische Drohungen aus dem Weißen Haus sind. Die Machtarchitektur der Islamischen als auch der Kubanischen Revolution scheint so nicht aus den Angeln zu heben zu sein.
