Bundeswehrbrief

Was passiert, wenn man den Wehrdienst-Fragebogen ignoriert?

Seit Januar 2026 verschickt die Bundeswehr Fragebögen an 18-jährige Männer, um ihre Eignung und Bereitschaft für den Wehrdienst zu prüfen. Doch was passiert, wenn man nicht antwortet?  

Wer den Bundeswehr-Fragebogen ignoriert, muss mit Konsequenzen rechnen? Alles Wichtige im Überblick.

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Wer den Bundeswehr-Fragebogen ignoriert, muss mit Konsequenzen rechnen? Alles Wichtige im Überblick.

Von Matthias Kemter

Die Bundeswehr hat seit Anfang des Jahres 2026 rund 194.000 Fragebögen an junge Männer und Frauen verschickt, um potenzielle Kandidaten für den neuen Wehrdienst zu ermitteln. Während 72 Prozent der angeschriebenen Männer den Fragebogen beantwortet haben, ignorieren 28 Prozent das Schreiben. Das Verteidigungsministerium zeigt sich entschlossen, gegen diese Verweigerung vorzugehen und droht mit Bußgeldern.

Die Bundeswehr-Fragebögen werden seit dem 15. Januar 2026 an alle 18-jährigen Männer in Deutschland verschickt. Das genaue Ziel ist es, die Eignung und Bereitschaft für einen freiwilligen Wehrdienst von mindestens sechs Monaten zu ermitteln. Frauen sind von dieser Pflicht ausgenommen. Der Fragebogen enthält Fragen zur körperlichen und geistigen Eignung sowie zur Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Die Rückmeldung ist verpflichtend und die Angeschriebenen haben einen Monat Zeit, den Fragebogen auszufüllen.

Jeder Vierte ignoriert den Bundeswehr-Fragebogen

Trotz dieser Verpflichtung hat mehr als jeder vierte junge Mann bisher nicht auf das Schreiben reagiert. Laut Verteidigungsministerium wird dieses Verhalten nicht toleriert. Wer sich dauerhaft weigert, den Fragebogen auszufüllen, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die genaue Höhe des Bußgeldes wurde bisher nicht genannt, jedoch betont das Ministerium, dass man hartnäckige Verweigerer konsequent verfolgen werde.

Von denjenigen, die geantwortet haben, hat etwa die Hälfte Interesse an einem freiwilligen Wehrdienst bekundet. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie den Dienst auch antreten werden. Viele Interessenten machen ihre Entscheidung davon abhängig, ob ein wohnortnaher Einsatz möglich ist. Längere Entfernungen verringern die Bereitschaft, den Dienst anzutreten.

Ergebnisse der Fragebögen werden im Sommer vorgestellt

Die Bundeswehr plant, die Ergebnisse der Fragebogenaktion im Sommer 2026 auszuwerten und vorzustellen. Diese Rückmeldungen dienen als Grundlage für Musterungen und Assessments, um geeignete Kandidaten für den Wehrdienst zu identifizieren. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich verpflichtet, halbjährlich über die Fortschritte zu berichten. Ziel ist es, die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf bis zu 270.000 zu erhöhen.

Die Einführung des Fragebogens ist Teil einer umfassenden Strategie, die Bundeswehr personell zu stärken. Sollte sich jedoch zeigen, dass die angestrebten Personalziele nicht erreicht werden, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht eingeführt werden, um die Lücken zu schließen. Pistorius zeigte sich zuletzt optimistisch, dass eine allgemeine Wehrpflicht weiterhin vermieden werden kann.

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Erstellt:
7. Mai 2026, 08:36 Uhr

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