Schüler lernen, selbstständig zu arbeiten

Flohmarkt, Mitmach-Angebote und Infos zur Gemeinschaftsschule locken viele Besucher zum Tag der offenen Tür in die Walterichschule

In der Küche haben Schüler mit Gästen leckere Fruchtspieße zubereitet. Foto: E. Klaper

Von elisabeth Klaper

MURRHARDT. Überall sind fröhliche Stimmen zu hören: Mädels und Jungs gestalten mit ihren Lehrern in etlichen Räumen der Walterichschule verschiedene Aktionen auch zum Mitmachen. Voller Stolz präsentieren sie den vielen Besuchern die Gemeinschaftsschule und zeigen, wie viel Spaß ihnen dort das Lernen macht. Zum Tag der offenen Tür hat sich die gesamte Schulgemeinschaft engagiert und ein attraktives Programm vorbereitet. Ein Anziehungspunkt ist der erstmals von den Eltern organisierte Flohmarkt im Atriumbau.

Da gibt’s viel zu entdecken: Spielzeug und Dekoratives, Bücher und Medien, Bekleidung und Haushaltsartikel, und etliche greifen zu. Die Idee kam vom Elternbeirat: „Wir wollten den Besuchern eine neue Attraktion bieten“, erzählt dessen stellvertretende Vorsitzende Claudia Gabler. Der Erlös komme komplett den Klassenkassen zugute und diene beispielsweise dazu, Schullandheimaufenthalte zu finanzieren.

Großen Zuspruch finden die Mitmach-Angebote. In der Turnhalle toben sich viele Kinder im Bewegungsparcours aus und kraxeln an der Kletterwand hoch. In der Küche bereiten Schüler mit Gästen leckere Fruchtspieße und Brot-Gemüse-Gesichter zu. Im Biologiesaal schütteln sie kräftig Sahnegläser, um Butter herzustellen. Im Physiksaal laufen diverse Experimente, wie Zucker über Kerzen karamellisieren. Auch gibt’s diverse Honigsorten zu probieren, Pop-up-Karten und Papiermasken zu basteln. Außerdem eine Fülle von Informationen über Schulsozialarbeit, Französisch als zweite Fremdsprache, Berufsorientierungskonzept, Bildungspartner und Betreuungsangebote. Und die preisgekrönte Schülerfirma „Schüler helfen Tieren“ stellt ihr breites Verkaufssortiment vor.

Einige Eltern berichten von ihren Erfahrungen mit der Gemeinschaftsschule: „Der Unterricht ist abgestimmt auf die individuellen, unterschiedlichen und sich verändernden Fähigkeiten der Kinder, so haben sie die Chance, sich zu verbessern“, freut sich eine Mutter. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Konzept des individuellen Lernens“, betont eine andere. „Es ist für die Kinder besser, weil sie dadurch nicht unter Leistungsdruck stehen. In ihren starken Fächern können sie auf Gymnasialniveau lernen und später aufs Gymnasium wechseln.“

Eine Mutter: „Hier lernt man

wirklich was fürs Leben.“

Auch fühlten die Eltern sich an der Walterichschule „sehr wertgeschätzt, da die Schulleitung sich um alles kümmert und es außerhalb des Unterrichts viele tolle Angebote gibt: Hier lernt man wirklich was fürs Leben“, hebt eine Mutter hervor. Weitere Eltern finden das individuelle Lernen optimal, da die Schüler so selbstständig werden. Und die Schule kümmere sich um alle Kinder, damit sie sich zu Persönlichkeiten entwickeln.

„Wir erfahren eine sehr hohe Akzeptanz: Die Schüler sind stolz, auf die Walterichschule zu gehen, und der Unterricht macht ihnen Spaß“, hebt Rektorin Martina Mayer hervor. „Das Image der Schule hat sich verbessert, auch dank der Auszeichnungen als Starke Schule und für die Schülerfirma“. Die aktuelle Situation „ist super“: Die Schüler werden bestmöglich individuell gefördert, schon in der Grundschule und ab der 5. Klasse auf drei Bildungsniveaus, die Haupt-, Realschule und Gymnasium entsprechen. „Die Siebtklässler sind auf gutem Weg, den bestmöglichen Abschluss zu erreichen: die mittlere Reife mit dem Zugang zur gymnasialen Oberstufe“, betont die Schulleiterin. Eine neue Herausforderung stellten die Profilfächer Sport und Naturwissenschaft und Technik in der 8.Klasse ab dem kommenden Schuljahr dar. Der Biologie- und Physiksaal seien bereits gut ausgestattet, nun hoffe man auch auf einen attraktiven Sporthallenneubau. In einer Präsentation erläutern Mayer und einige Schüler die Kernpunkte des Gemeinschaftsschulkonzepts. Am Schuljahresbeginn erhalten alle Schüler eine genaue Kenntnis- und Leistungsdiagnose, um festzustellen, was sie können und wo sie Unterstützung benötigen.

„Unser Ziel ist es, jedes Kind unabhängig von Begabungen und Herkunft individuell voranzubringen und mithilfe des Berufsorientierungsplans auf die Arbeitswelt vorzubereiten“, betont die Rektorin. Neben den Kernfächern belegen die Mädchen und Jungen verschiedene Kurse, wie gesunde Ernährung oder Gartenarbeit. Diese stärken soziale und praktische Kompetenzen und wirken nachhaltig, und in der Schülerfirma lernen sie, wie ein Unternehmen funktioniert. Mit gemeinsamen Infos und Erklärungen für die ganze Klasse beginnt der Unterricht, anschließend werden die Lerninhalte vertieft und schwierige Themen in der Lernzeit intensiv nachgearbeitet. Die Schüler unterstützen sich gegenseitig. Das Lerntagebuch informiert die Eltern über den Leistungsstand, der Wochenrückblick ermöglicht jedem Schüler eine Selbst- und Fremdeinschätzung durch Klassenkameraden.

„Es ist wichtig für die Schüler, selbst zu reflektieren, was sie gelernt haben“, verdeutlicht Mayer. Zweimal im Schuljahr finden ausführliche Eltern-Lehrer-Schüler-Gespräche statt: „Im Gespräch kommt viel besser zur Geltung, was Kinder können“, dabei spürten sie, dass ihre Eltern stolz auf sie sind. Statt Zeugnisse bekommen die Schüler jetzt verbindlich durch die Landesregierung festgelegte Lernstandberichte. Doch deren selbst entwickelte, veranschaulichende Version der Walterichschule sei besser verständlich, findet die Rektorin.