Aufstieg ist ein großer Traum, aber kein Muss

Der SV Allmersbach geht den Endspurt in der Fußball-Bezirksliga mit viel Ehrgeiz und der nötigen Portion Lockerheit an

Der SV Allmersbach hat es selbst in der Hand, zum zweiten Mal nach 1991 den Sprung in die Fußball-Landesliga zu packen. Mit einem Sieg im heutigen Nachholspiel in Sulzbach-Laufen (19.45 Uhr) kann das Team von Thomas Sommer die SG Schorndorf überholen und die letzten zwei Partien als Tabellenführer in Angriff nehmen. „Wir werden nicht bremsen“, sagt Günter Schäffler, doch der Aufstieg ist für den Sportvorstand auch kein Muss.

Von Steffen Grün

Der Trainer erinnert an die Ausgangslage vor dieser Runde. Nachdem Allmersbach in der Vorsaison als Neuling Platz sechs belegt hatte, sei es das Ziel gewesen, „den SVA in der Bezirksliga zu etablieren“, betont Sommer und fügt hinzu: „Nun haben wir uns selbst etwas überholt.“ Zur Winterpause habe er bei acht beziehungsweise zehn Punkten Rückstand auf den damaligen Zweiten Schorndorf sowie Spitzenreiter Remshalden nicht damit gerechnet, „dass wir noch einmal ganz oben angreifen“. Dass es trotzdem so gekommen ist, lag zum einen an den schwächelnden Topteams und zum anderen an den immer stärker auftrumpfenden Allmersbachern, die in der Rückrunde bislang 30 von 33 Zählern auf ihrem Konto verbuchten.

Dem Sportvorstand ist die Riesenchance bewusst, die sich sein Team erarbeitet hat, doch Schäffler taugt nicht als Lautsprecher. „Wir denken von Spiel zu Spiel“, bemüht der Kapitän der Aufstiegshelden von 1991 eine alte Floskel. „Erst recht bei den vielen englischen Wochen, die wir derzeit haben.“ Heute muss der SVA nach Sulzbach-Laufen, „dort ist es traditionell nicht einfach“. Am Pfingstmontag geht es nach Oberbrüden. Für den TSV sei das „vielleicht die letzte Chance im Abstiegskampf“, erklärt Schäffler und deutet damit an, dass es auch beim Vorletzten kein Selbstläufer wird. Vor dem zum Saisonfinale wartenden Rivalen aus Kaisersbach ist Allmersbach ohnehin gewarnt, denn erst vor zwei Wochen verloren die Kicker das Nachholspiel aus der Hinserie mit 1:2.

„Wir schauen dann, was am Ende herauskommt“, gibt sich der SVA-Funktionär entspannt. „Ist es der Aufstieg, wäre das eine tolle Sache.“ Angst, der Landesliga nicht gewachsen zu sein, hat Schäffler nicht: „Es wäre eine Herausforderung, aber wir haben eine entwicklungsfähige Mannschaft.“ Mit großem Offensivpotenzial. 83 Treffer sind der Topwert der Liga, mit Kim Schmidt (22), Niklas Schommer (16) und Tim Fuchslocher (15) zählen drei Allmersbacher zum Vorderfeld der Torjägerliste. Aber nicht nur auf diesem Trio, sondern auf dem ganzen Team ruhen die Hoffnungen, den Titel einzufahren – und die Relegation zu umgehen, die am 13. Juni beginnt und zu einer Tortur werden würde: Drei Erfolge sind notwendig, um über diesen Umweg noch aufzusteigen.

Vom Aufstieg träumen auch die Zweite und die Dritte des SVA in den Kreisligen B3 und B5 – laut Schäffler ist es das Ziel, „mit einem Team in die Kreisliga A aufzusteigen“, um den Unterbau für die Ersten zu stärken. Im Falle des Landesliga-Aufstiegs wäre das umso wichtiger.