„Sport ist eine gesellschaftliche Kraft“

Nachwuchs der TVM-Turnabteilung präsentiert Kinder- und Jugendturngala in der Festhalle – Das Motto lautet Zeitreise

Zum dritten Mal zeigte die Turnjugend des Turnvereins Murrhardt in der Festhalle ihr Können. Die bunte Kinder- und Jugendgala wurde von Gudrun Gruber moderiert, die fest mit dem TVM verwurzelt ist, denn für sie ist „Sport eine gesellschaftliche Kraft, die vorwärtsblicken lässt“.

Zeigte bei der Turngala Akrobatik vom Feinsten: Die Leistungsgruppe U16. Foto: J. Fiedler

Von Petra Neumann

MURRHARDT. In seiner Begrüßungsrede freute sich der Erste Vorsitzende, Rainer Jäger, mit den Gästen nicht nur über eine 170-jährige Vereinsgeschichte, sondern auch auf das Programm, das als „Zeitreise“ in die vergangenen Jahrzehnte gedacht war. Bereits die Kleinen zeigten zu flotter Musik, dass sie bereits eine echte Herausforderung für den Kasten sind und dass manches Talent in ihnen schlummert. Wie kleine Libellen sprangen und flogen sie auf der Bühne herum. Da kann ihre Übungsleiterin, Jenny Kübler, stolz sein und Gudrun Gruber staunte, wie erstaunlich gut die Haltung ist. Mit zunehmendem Alter erhöht sich auch der Schwierigkeitsgrad der Übungen; die Trainerinnen Claudia Weis, Melanie Weis und Anneli Förstner unterweisen Kids ab vier bis zehn Jahre. Auch hier wurde schon gepurzelt und geturnt, was das Zeug hält.

Doris Tyrolt, Petra und Alica Hahnau sowie Katrin Wurst trainieren die 8- bis 16-Jährigen. Zu flotter Salsamusik wurde mit Reifen, Bändern sowie Sprungseilen eine wirkungsvolle Choreografie hingelegt, die auf große Begeisterung stieß. Auch die nächste Altersgruppe, jene, die noch U16 sind und von Anni Schultes unter die Fittiche genommen werden, wirbelten mit Radschlägen, Purzelbäumen, Brücken und Rückwärtsrollen über die Bühne. Es sind ihrer so viele, dass es eine zweite Gruppe gibt, die von Lena Kreder unterrichtet wird. Hier ging es mit heißen Tanzrhythmen feurig zu.

Lena Kreder und Leonie Ehrhardt haben ein Händchen für eindrucksvolle Effekte. Ihre Schützlinge traten zu heißem Rap als Straßengang auf, die von Cops verfolgt wird und ihnen in einer Formation und mithilfe von Rückwärtssalti entweicht. Etwas anspruchsvoller waren schließlich die Girls Ü18 mit Coach Doris Tyrolt. Sie hatten sich etwas Gefährliches ausgedacht. Ein schwarzes Theater mit phosphoreszierendem Make-up und unheimlich schillernder Kleidung ließ sie zu Außerirdischen mutieren. Dieser Auftritt war ein Hit und ließ den Jubel in der Halle anschwellen.

Gleichzeitig erinnerte die Moderatorin an die Highlights aus den 80ern und 90ern. Die 80er waren gekennzeichnet durch ein Turnfest in Frankfurt und eine Partnerschaftsfeier mit Frome. Berlin mit Mauer gestaltete sich als eindringliches Erlebnis. 1998 sei das große Jubiläumsjahr gewesen. Damals habe es noch den Doppelbock gegeben, der mittlerweile durch den Sprungtisch abgelöst wurde. Auch eine Diashow jagte durch die Zeiten mit Turnfesten, Pokalen und einer Menge Spaß. Viele der dort Abgebildeten sind schon längst dem Jugendalter entwachsen. Aber dafür wächst ja eine junge Generation heran, die dem hingerissenen Publikum einen bewegten Nachmittag bot.